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© Steph Martyniuk

Gast des ilb 2020.

Bibliographie

Die Frau, die in einem Schuh wohnte

Berliner Taschenbuch Verlag

Berlin, 2002

[Ü: Monika Schmalz]

Wie sollten wir sein?

Rowohlt

Reinbek b. Hamburg, 2014

[Ü: Thomas Überhoff]

Frauen und Kleider

Mit Leanne Shapton, Heidi Julavits u. a.

S. Fischer

Frankfurt a. M., 2015

[Ü: Sophie Zeitz u. Britt Somann]

Mutterschaft

Rowohlt

Reinbek b. Hamburg, 2019

[Ü: Thomas Überhoff]

Sheila Heti [ Kanada ]

Sheila Heti wurde 1976 in Toronto geboren und studierte Kunstgeschichte und Philosophie an der University of Toronto und Dramaturgie an der National Theatre School of Canada.

Sheila Heti arbeitet als Schriftstellerin in unterschiedlichen Genres. Bislang verfasste sie unter anderem Theaterstücke, Kurzprosa, Kinderbücher, Romane und journalistische Beiträge für diverse Magazine und Zeitungen. 2001 legte sie mit »The Middle Stories« (dt. »Die Frau, die in einem Schuh wohnte«, 2002) ihr Debüt vor. Neben der titelgebenden Frau treten in den dreißig Kurzgeschichten über die Liebe, das Leben und die Einsamkeit eine Vielzahl an weiteren wunderlichen Figuren auf, darunter ein unglücklich verliebter Klempner, ein sprechender Frosch, ein jüdischer Riese und eine Meerjungfrau in einem Einmachglas. 2010 erschien »How Should a Person Be?« (dt. »Wie sollten wir sein?«, 2014). Basierend auf Gesprächen mit Freund*innen, vor allem der Malerin Margaux Williamson, über Freiheit, Kunst und Liebe, ist eine Mischung aus Memoir und Roman entstanden, deren Hauptfigur Sheila mitten in einer Lebenskrise steckt. Formal experimentell wechseln essayistische Abschnitte mit Dialogen und Prosapassagen einander ab. Die Darstellung junger Menschen, die beruflich wie privat alle Möglichkeiten haben, was in Anspruchsdenken und Überforderung mündet, wurde seitens der Rezensent*innen vielfach als Generationenporträt gelobt. Internationale Beachtung fand auch der Band »Women in Clothes« (2014; dt. »Frauen und Kleider«, 2015), den Sheila Heti zusammen mit Leanne Shapton und Heidi Julavits herausgab. Über 600 Frauen aus der ganzen Welt kommen darin zu Wort. Die Bedeutung bestimmter Kleidungsstücke, der Einfluss anderer Personen auf den eigenen Stil, der Zusammenhang zwischen Mode, Identität und Emotionen – all das sind Themen des Buchs, das auf der Bestsellerliste der »New York Times« vertreten war und von der »Süddeutschen Zeitung« als »das Klügste und Überraschendste, was es derzeit über Mode zu lesen gibt«, gefeiert wurde. Zuletzt erschien der autobiografische Roman »Motherhood« (2018; dt. »Mutterschaft«, 2019). Die namenlose Erzählerin, als Figur erneut stark an die Autorin angelehnt, wendet sich darin der Frage zu, ob sie Mutter werden will oder nicht. Mehrere Jahre dauert ihre im Tagebuchstil festgehaltene, intime Selbstbefragung, in die zahlreiche Aspekte mit einfließen, darunter die gesellschaftlichen Erwartungen, die jüdische Herkunft der Protagonistin und die Bedeutung der Schriftstellerei für ihr Leben.

Sheila Heti wurde von der »New York Times« auf die Liste »The New Vanguard« gewählt, die fünfzehn internationale Autorinnen versammelt, deren Bücher die Art und Weise prägen, wie im 21. Jahrhundert Belletristik gelesen und geschrieben wird. Sie lebt in Toronto.

https://sheilaheti.com