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© Zuza Krajewska

Gast des ilb 2020.

Bibliographie

Sternberg

superNOWA

Warschau, 2007


Epifania wikarego Trzaski

Wydawnictwo Dolnośląskie

Wrocław, 2007


Wieczny Grunwald, powieść zza końca czasów

Narodowe Centrum Kultury

Warschau, 2010


Tak jest dobrze

Powergraph

Warschau, 2011


Morphin

Rowohlt.Berlin

Berlin, 2014

[Ü: Olaf Kühl]


Drach

Rowohlt.Berlin

Berlin, 2016

[Ü: Olaf Kühl]


Der Boxer

Rowohlt.Berlin

Berlin, 2018

[Ü: Olaf Kühl]


Wale und Nachtfalter

Tagebuch vom Leben und Reisen

Rowohlt.Berlin

Berlin, 2019

[Ü: Olaf Kühl]


Jak nie zostałem poetą

Wydawnictwo Literackie

Krakau, 2019


Das schwarze Königreich

Rowohlt.Berlin

Berlin, 2020

[Ü: Olaf Kühl]

Szczepan Twardoch [ Polen ]

Szczepan Twardoch kam 1979 im polnischen Pilchowice, in der Woiwodschaft Schlesien (Województwo śląskie) zur Welt. Er zählt zur Minderheit der polnischen Schlesier. Twardoch studierte Soziologie und Philosophie in Katowice. Zum literarischen Schreiben kam er beim Verfassen seiner Masterarbeit über die Französische Revolution, als er sich die Frage stellte, wie die europäische Geschichte verlaufen wäre, wenn die Revolution in Wien statt in Paris ausgebrochen wäre.

In seinen Romanen konzentrierte sich Twardoch insbesondere auf die polnische Geschichte. Mit »Morfina« (2012; dt. »Morphin«, 2014) gelang ihm der Durchbruch, das Buch wurde zu einem internationalen Bestseller und mit dem Paszport-Polityki-Preis, dem Nike-Publikumspreis und dem Kościelski-Preis ausgezeichnet. Die Handlung spielt Ende der dreißiger Jahre in Warschau, nach dem deutschen Überfall, im Mittelpunkt steht ein Reserveoffizier, der als Lebemann und Morphinist ein ausschweifendes Großstadtleben führt und letztlich, fast aus Versehen, zum Widerstandskämpfer wird. »Twardoch stellt auch in diesem großen Anti-Front-Roman die Leitfrage seines Schreibens: Gibt es einen Sinn in der Geschichte? Oder bleibt alles so, wie es immer gewesen ist, weil zwar die Institutionen, aber nicht die Menschen evolvieren? Sind Ideologien nicht reine Chimären, die den Menschen in eine ihm wesensfremde Vereindeutigung treiben?« (»FAZ«) Twardochs 2014 erschienener Schlesien-Roman »Drach«, für den der Autor und sein Übersetzer Olaf Kühl den Literatur- und Übersetzerpreis Brücke Berlin 2016 erhielten, behandelt erneut Geschichtsläufte – vom Mittelalter über die Aufstände der zwanziger Jahre, den Zweiten Weltkrieg und die Zwangspolonisierung nach 1945 bis heute, wobei die Erde als Erinnerungsspeicher dieser Erfahrungen erscheint. Die Individuen, deren Leben aus einer besonderen Perspektive – der der Erde selbst – geschildert werden, ähneln bei Twardoch den Figuren der griechischen Tragödie, die mit ihren Entscheidungen nur bedingt Einfluss nehmen können auf ihr Schicksal. Im Warschau der Zwischenkriegsjahre spielt Twardochs Roman »Król« (2017; dt. »Der Boxer«, 2018), der vom Aufstieg des jüdischen Unterweltkönigs Jakub Shapiro erzählt. Der folgende Roman »Królestwo« (2018; dt. »Das schwarze Königreich«, 2020) spinnt diese Geschichte fort. Im Warschau nach dem deutschen Angriff 1939 beginnt Shapiro als Soldat einen aussichtslosen Kampf. Sein Reich und seine Familie sind zerbrochen, und der Preis für das Überleben im Getto von Warschau ist unermesslich hoch.

Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt Szczepan Twardoch 2019 den deutsch-polnischen Samuel-Bogumił-Linde-Preis. Er lebt in Pilchowice und Warschau.

 

http://szczepantwardoch.pl/