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© Benjamin Turner

Gast des ilb 2020.

Bibliographie

Mein Bruder und ich und das ganze Universum

Carlsen

Hamburg, 2019

[Ü: Annette von der Weppen]

Katya Balen [ Großbritannien ]

Katya Balen, geboren 1989 in London, beschäftigte sich im Rahmen ihres Masterstudiengangs mit der Wirkung von Texten auf das Verhalten von autistischen Kindern. Zudem arbeitete sie an verschiedenen Förderschulen und ist Mitgründerin von Mainspring Arts, einer Hilfsorganisation, die kreativ mit autistischen Menschen arbeitet.

In ihrem ersten Roman »The Space We’re In« (2019; dt. »Mein Bruder und ich und das ganze Universum«, 2019) verarbeitet sie ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet. Ihr Debüt handelt vom zehnjährigen Frank, dessen kleiner Bruder Autist ist: Der fünfjährige Max hat nie sprechen gelernt, lässt sich nicht gern von Fremden anfassen und bekommt in der Öffentlichkeit Wutanfälle. Das ist für Frank oft ein Problem, zumal er das Gefühl hat, in der Familie zu kurz zu kommen. Schließlich erkrankt die Mutter der beiden, was zur neuerlichen Belastungsprobe für die ganze Familie wird. Als sie stirbt, werden Franks Probleme mit seinem Bruder von Schmerz und Trauer überlagert. Schließlich schließen sich die beiden Brüder mit ihrem Vater in dieser Umbruchsituation zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen, und Frank entdeckt seine tiefe Liebe zu Max. Balen erzählt die Geschichte gleichermaßen humorvoll wie einfühlsam. Überzeugend stellt sie das Geschehen aus der Perspektive des heranwachsenden Frank dar – mit der ganzen Spannweite seiner Emotionen und seiner teilweise kodierten Gedankenwelt. »Diese sensible, herzzerreißende Geschichte zeichnet sich durch eine wunderbare Erzählstimme und Geheimcodes aus, die ihr eine zusätzliche Handlungsebene verleihen«, urteilte »The Guardian«.

Katya Balen lebt in London, England.