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© Aphinya Jatuparisakul

Gast des ilb 2020.

Bibliographie

Lageret Huset Marie

Lindhardt og Ringhof

Kopenhagen, 2015

Nach der Sonne

Hanser

München, 2020

[Ü: Ursel Allenstein]

Jonas Eika [ Dänemark ]

Jonas Eika wurde 1991 in Aarhus, Dänemark, geboren. Er studierte in Kopenhagen an der Forfatterskolen, der dänischen Akademie für Kreatives Schreiben.

Für seinen Roman »Lageret Huset Marie« (2015; Ü: Das Lager, das Haus, Marie), der auch für das Theater adaptiert wurde, erhielt er den Bodil og Jørgen Munch-Christensens Debutantpris, eine der bestdotierten dänischen Auszeichnungen für literarische Debüts. Sein zweites Buch »Efter solen« (2018; dt. »Nach der Sonne«, 2020) versammelt fünf längere Erzählungen, in denen sich Realismus mit Science Fiction, Horror und Mystik vermischt: Mitten in Kopenhagen versinkt das Bürogebäude eines IT-Beraters in einem Krater. In der Wüste Nevadas wartet ein Ehepaar auf die Ankunft von Außerirdischen. In den Trümmern Londons findet eine Obdachlose ein Zuhause und verliert es wieder. Das Leben der Menschen, von denen Eika erzählt, wird von kapitalistischen Machtverhältnissen bestimmt – doch ihre Sehnsüchte reichen über das bestehende System hinaus. »Der Titel ›Nach der Sonne‹ verweist auf einen Horizont, der sich durch das ganze Buch zieht, auf eine Möglichkeit, in eine neue Ordnung überzugehen, in der Menschen und Dinge von jenen Ausbeutungsmechanismen losgerissen werden, mit denen sie leben müssen«, so Eika, der 2019 als bis dato jüngster Autor mit dem renommierten Literaturpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet wurde. Die Jury lobte »seine globale Perspektive, seine sinnliche und bildstarke Sprache und seine Fähigkeit, aktuelle politische Herausforderungen aufzugreifen, ohne einen in eine bestimmte Richtung zu lenken«. In seiner Dankesrede prangerte Eika Rassismus und Neoliberalismus in Dänemark an.

Jonas Eika lebt in Kopenhagen.