ldw.dehnel.jpg
(c) Andrzej Banaś

Gast des ilb 2020.

Bibliographie

Kolekcja

Marpress

Gdansk, 1999

Ekran kontrolny

Biuro Literackie

Wrocław, 2009

Języki obce

Biuro Literackie

Wrocław, 2013

Lala

Rowohlt

Reinbek bei Hamburg, 2008

[Ü: Renate Schmidgall]

Balzakiana

W.A.B.

Warszawa, 2008

Saturn

Schwarze Bilder der Familie Goya

Hanser

München, 2013

[Ü: Renate Schmidgall]

Matka Makryna

W.A.B.

Warszawa, 2014

Krivoklat

Znak

Kraków, 2016

Jacek Dehnel [ Polen ]

Der polnische Schriftsteller, Übersetzer und Maler Jacek Dehnel wurde 1980 als Sohn einer bildenden Künstlerin und eines Ingenieurs in Gdańsk geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte er ein fakultätsübergreifendes Studium der Geisteswissenschaften an der Universität Warschau.

1999 debütierte Dehnel als Schriftsteller mit dem Erzählband »Kolekcja« (Ü: Sammlung). Sein erster Roman »Lala« erschien 2006 (dt. 2008). Mit einer überaus bildhaften Sprache erzählt Dehnel darin die Lebensgeschichte seiner Großmutter anhand von Gesprächen mit ihr und umreißt darüber hinaus die Konturen von Ereignissen des 20. Jahrhunderts. Mit ihrer Abstammung aus der untergegangenen Welt des polnischen Landadels erlebt Lala den Überfall der Wehrmacht auf Polen und die Besetzung ihrer Heimat als Katastrophe, die vor allem zum Verlust aller bisherigen Werte führt. Dennoch kann sie sich mit Tapferkeit und auch Charme gegenüber den deutschen Besatzern behaupten. Mit seinem Debütroman wurde Dehnel nicht nur zum Star der jungen polnischen Literaturszene, sondern erlangte auch internationale Bekanntheit. In seinem Künstlerroman »Saturn. Czarne obrazy z życia mężczyzn z rodziny Goya« (2011; dt. »Saturn. Schwarze Bilder der Familie Goya«, 2013) zeigt Dehnel Scharfsinn und poetisches Talent bei der Rekonstruktion der Biografie des einzigen Sohns von Francisco de Goya. Javier steht nicht nur als Künstler zeit seines Lebens im Schatten seines berühmten und dabei tyrannischen Vaters, sondern unterliegt ihm auch im Verhältnis zu seiner eigenen Frau und seinem Sohn. Dehnel spitzt das Familiendrama über drei Generationen zu der These zu, dass der Freskenzyklus der »Schwarzen Bilder« nicht von Francisco, sondern seinem Sohn Javier gemalt wurde. Seit 2004 veröffentlicht Dehnel in regelmäßigen Abständen Lyrik. »Języki obce« (2013; Ü: Fremdsprachen) war für den Wisława-Szymborska-Preis nominiert.

Dehnel übersetzte Werke von Philip Larkin, Kārlis Vērdiņš, Edmund White und F. Scott Fitzgerald ins Polnische. Von 2006 bis 2009 moderierte er zusammen mit dem Musiker Tymon Tymański und dem Journalisten Maciej Chmiel im polnischen Fernsehen die Kultursendung »ŁOSssKOT«. 2017 schrieb er das Drehbuch zu dem preisgekrönten, experimentellen Animationsfilm »Loving Vincent« über das Leben des Malers Vincent van Gogh und die Umstände seines Todes. Er war Mitglied des Programmrates von Galeria Zachęta, Kolumnist für Literatur bei »Wirtualna Polska« und »Polityka« und ist Mitbegründer und Vorsitzender der Vereinigung Unia Literacka. Für sein literarisches Schaffen erhielt Dehnel den Kościelski-Preis 2005, den Paszport-Polityki-Preis der Wochenzeitschrift »Polityka« 2007 sowie den Kulturpreis der Stadt Danzig 2009. Außerdem war er fünfmal für den renommierten polnischen Literaturpreis Nike nominiert. Er lebt in Warschau. 2020 ist Dehnel Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.