Porträt Vuong

Gast des ilb 2019.

Bibliographie

Burnings
Sibling Rivalry Press
Little Rock, 2010
No
YesYes Books
Portland, 2013
Night Sky with Exit Wounds
Copper Canyon Press
Port Townsend, 2016
On Earth We’re Briefly Gorgeous
Penguin Press
London, 2019
www.oceanvuong.com

Ocean Vuong [ Vietnam, USA ]

Der amerikanische Lyriker und Essayist Ocean Vuong wurde 1988 unter dem Namen Vinh Quoc Vuong in Ho-Chi-Minh-Stadt geboren. 1990 emigrierte er mit seiner Familie nach Hartford, Connecticut, USA, nachdem er ein Jahr in einem Flüchtlingslager auf den Philippinen verbracht hatte. In seiner von Legasthenie betroffenen Familie war er der Erste, der im Alter von elf Jahren lesen lernte. Er sei vor allem von Frauen erzogen worden, erklärte Vuong. Seinen Vornamen »Ocean« erhielt er von seiner Mutter als Hommage an das Meer, das die Vereinigten Staaten und Vietnam verbindet. Vuong studierte englische Literatur des 19. Jahrhunderts am Brooklyn College in New York.
Seine erste Veröffentlichung von Gedichten »Over the Rainbow« (2010) wurde von der American Library Association in eine Auswahl von bemerkenswerten LGBTQ-Büchern aufgenommen. Drei Jahre später folgte der Band »No« (2013). In bisher zwei Auflagen erschien 2016 der mehrfach preisgekrönte Band »Night Sky with Exit Wounds«. Vuongs Gedichte, in denen er über Gewalt und Krieg, familiäre Beziehungen und Sexualität schreibt, spiegeln die Perspektive eines Einwanderers und Homosexuellen und lassen fühlen, was es bedeutet, ein Außenseiter zu sein. Mit klarer, fotografischer Präzision, starker Emotionalität und einem geschärften Blick auf die Vergänglichkeit des Lebens erfasst Vuong intensiv einzelne Momente. Das Meer – »Ocean« – wird zur Metapher für Vergänglichkeit und Wiedergeburt. »Was dieses Buch angeht, so zeigt es in wundervoller Weise Vuongs Fähigkeit, die Vergangenheit mit der Magie der Worte zu beschwören und zu bewahren« (»The New York Times«). Voungs erster Roman »On Earth Weʼre Briefly Gorgeous« (2019), dessen Titel er einem eigenen Gedicht von 2014 entnahm, ist der Brief eines Sohns an seine Mutter, die nicht lesen kann. Erzählt wird von seinen familiären Wurzeln in Vietnam bis in die Zeit vor seiner Geburt. Gleichzeitig steht die Beziehung zwischen der alleinerziehenden Mutter und ihrem Sohn im Mittelpunkt, werden Fragen nach Herkunft, Klassenzugehörigkeit und Männlichkeit gestellt. Vor allem geht es jedoch um die Fähigkeit, seine eigene Geschichte zu erzählen, und die Notwendigkeit, dass sie gehört wird.
Voung wurde für sein literarisches Schaffen mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter mit dem Pushcart Prize (2014), dem Elizabeth George Foundation Fellowship (2013), dem Whiting Award for Poetry (2016) und dem T. S. Eliot Prize (2017). Seine Gedichte und Essays erscheinen u. a. in »Poetry«, »Guernica«, »The New York Times«. Er lebt derzeit in Northampton, Massachusetts, und ist als Assistent im MFA-Programm für Schriftsteller an der University of Massachusetts in Amherst tätig.