Vera Pavlova
© Lisa Pavlova

Gast des ilb 2019.

Bibliographie

Nebesnoe zhivotnoe
Zolotoi vek
Moskau, 1997
Vtoroi jazyk
Puschkinski fond
Sankt Petersburg, 1998
Linia otryva
Puschkinski fond
Sankt Petersburg, 2000
Cetverty son
Zakharov
Moskau, 2000
Intimny dnevnik otlicnizy
Zakharov
Moskau, 2001
Sovershenoletie
OGI
Moskau, 2004
Tri knigi
Zakharov
Moskau, 2007
Sem knig
Eksmo
Moskau, 2011
Libretto
AST
Moskau, 2012
verapavlova.us

Vera Pavlova [ Russland ]

Die russische Lyrikerin Vera Pavlova wurde 1963 in Moskau geboren. Sie studierte Komposition und absolvierte das Schnittke Moscow State Institute of Music sowie die Russische Geschwister-Gnessin-Musikakademie Moskau in der Fachrichtung Musikgeschichte. Sie arbeitete als Guide im Museum des Schaljapin-Wohnhauses, schrieb musikwissenschaftliche Essays und wirkte in einem Kirchenchor mit.

Mit etwa zwanzig Jahren, nach der Geburt ihrer ersten Tochter, begann sie damit, Gedichte zu verfassen. Eine erste Auswahl erschien in der russischen Zeitschrift »Junost«, größere Bekanntheit erlangte sie nach dem Erscheinen von 72 Gedichten in der Zeitung »Segodnja«, und inzwischen hat sie 21 Lyrikbände veröffentlicht. Darin widmet sich Pavlova vor allem weiblichen Themen. Anhand ihrer Gedichte lässt sich die gesamte soziologische und kulturologische Entwicklung einer Frau in der Gegenwart nachvollziehen – von den ersten Anzeichen der Genderzugehörigkeit im Kindesalter bis zum Zerfall der Familie, gefolgt von einer neuen, reifen Liebe in späteren Jahren. Pavlovas Aufrichtigkeit in der Selbstanalyse trifft paradoxerweise auf überaus traditionelle Vorstellungen von Familie, Ehe und Geschlechterbeziehung. In den USA erschienen Pavlovas lyrische Texte in den Zeitschriften »Verse«, »Tin House«, »The New Yorker« und in der »New York Times«. Eines ihrer Gedichte wurde vom Poetry-in-Motion-Programm ausgewählt und als Poster in U-Bahn-Wagen in New York City und in Bussen in Los Angeles gezeigt sowie von der Poetry Society of America als Lesezeichen herausgegeben. Das Gedicht war titelgebend für Pavlovas erste auf Englisch erschienene Gedichtsammlung »If There Is Something to Desire« (2009).
Pavlova schrieb auch Libretti für eine Reihe von Opern wie »Einstein und Margarita« (Musik: Iraida Yusupova), »Dido und Aeneas, Prolog« (Musik: Michael Nyman), »Weihnachtsoper« (Musik: Anton Degtyarenko) sowie Kantaten, darunter »Hirten und Engel« (Musik: Iraida Yusupova) und »Drei Erlöser« (Musik: Vladimir Genin). Als Hörbuch zeichnete sie sieben CDs mit Gedichten des russischen Silbernen Zeitalters auf. Bühnenstücke auf der Grundlage ihrer lyrischen Werke wurden auf verschiedenen russischen Bühnen inszeniert. Pavlova experimentierte auch mit neuen Formen der Verbreitung von Lyrik wie SMS-Nachrichten, Postkarten, Videoclips und Hörbüchern. Sie war Protagonistin mehrerer Dokumentarfilme, die in Russland und den Vereinigten Staaten entstanden. Ihre Texte wurden mittlerweile in über 22 Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Premija Apollona Grigoreva (2000). Sie war Teilnehmerin bei zahlreichen internationalen Poesiefestivals in Großbritannien, Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien, Aserbaidschan, Usbekistan, den Niederlanden und der Ukraine, Griechenland und der Schweiz. Die Lyrikerin lebt in Moskau und New York.