Porträt Benyamin

Gast des ilb 2019.

Bibliographie

Aadujeevitham
Green Books
Thrissur, 2008
Abeesagin
DC Books
Kottayam, 2013
Manja Veyil Maranangal
DC Books
Kottayam, 2011
Al-Arabian Novel Factory
DC Books
Kottayam, 2014
Mullappoo Niramulla Pakalukal
DC Books
Kottayam, 2014

Benyamin [ Indien ]

Benyamin wurde 1971 unter dem bürgerlichen Namen Benny Daniel in Kulanada im südindischen Bundesstaat Kerala geboren. Von 1992 bis 2013 lebte er im Königreich Bahrain und kehrte schließlich nach Kerala zurück.
Benyamin ist Autor von etwa zwanzig Büchern verschiedener Genres – von Kurzgeschichten über Romane bis hin zu Memoiren. Für seinen Roman »Aadujeevitham« (2008; Ü: Ziegentage), den er in Malayalam, der Sprache von Kerala, verfasste, gewann er den Kerala Sahitya Akademi Award, war auf der Longlist des Man Asian Literary Prize und der Shortlist des DSC Prize for South Asian Literature. Benyamin schildert darin in vier Teilen (Gefängnis, Wüste, Flucht und Zuflucht) das Leben des indischen Arbeiters Najeeb Muhammad in Saudi-Arabien. Er will in den Golfstaaten Geld verdienen, um es nach Hause zu schicken. Doch direkt am Flughafen Riad gerät Najeeb in eine Falle und wird von einem reichen arabischen Tierfarmaufseher zu einer Farm gebracht. Fortan fristet er als Ziegenhirt eine sklavenähnliche Existenz in der saudischen Wüste. Ständig hungrig und ohne die Sprache, Menschen oder Orte zu kennen, muss er schwere Arbeiten verrichten und steht unter ständiger Bewachung. Während dieser Zeit baut er eine besondere Beziehung zu den Ziegen auf, die er hütet. Ihnen teilt er seine Träume, Wünsche und Hoffnungen mit. Schließlich gelingt ihm nach drei Jahren die Flucht mithilfe eines somalischen Arbeiters vom Nachbarhof, er erreicht Al-Bathaa, wo ihn die Polizei verhaftet. Najeeb verbringt mehrere Monate im Gefängnis, bevor er von den saudi-arabischen Behörden nach Indien abgeschoben wird. Najeebs Geschichte basiert auf realen Ereignissen, die Benyamin dazu inspirierten, den vielen Menschen, die Najeebs Schicksal teilen, eine Stimme zu verleihen. »Aadujeevitham« gehört mittlerweile zum Lehrstoff verschiedener indischer Universitäten. Eine Verfilmung ist in Arbeit. Benyamins Doppelromane »Mullappoo Niramulla Pakalukal« (2014; Ü: Jasmintage) und »Al-Arabian Novel Factory« (2014) beleuchten die Hintergründe des Arabischen Frühlings. Thematisiert werden außerdem der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten im Nahen Osten sowie das »Post-truth-Zeitalter«, in dem Propaganda die Medien beherrscht und Hass über soziale Netzwerke verbreitet wird. »Mullappoo Niramulla Pakalukal« erzählt von einer jungen Pakistanerin, die in einem nicht näher bezeichneten Land im Nahen Osten als Radiomoderatorin arbeitet und täglich mit religiöser Gewalt konfrontiert wird. Auch in früheren Texten behandelte Benyamin religiöse Fragen: »Wenn ich mit Gott sprechen will, brauche ich keinen religiösen Mittler … Religion ist nur eine Institution, um Menschen zu regieren, eine Waffe, um andere anzugreifen und die eigene Macht zu stärken.«
Mit »Mullappoo Niramulla Pakalukal« gewann er 2018 den hochdotierten indischen JCB Prize for Literature. Benyamin lebt heute in Pandalam.