Rodrigo Rey Rosa
© Cherie Nutting

Gast des ilb 2019.

Bibliographie

Die verlorene Rache
Rotpunktverlag
Zürich, 2000
[Ü: Erich Hackl]
Die Henker des Friedens
Wagenbach
Berlin, 2003
[Ü: Erich Hackl]
Tanger
Rotbuchverlag
Zürich, 2002
[Ü: Arno Gimber]
Stallungen
Septime
Wien, 2014
[Ü: Elisabeth López-Semeleder]
Severina
Alfaguara
Madrid, 2011
Imitación de Guatemala
Alfaguara
Madrid, 2014
Die Gehörlosen
Septime
Wien, 2016
[Ü: Anna Gentz]
El país de Toó
Alfaguara
Madrid, 2019

 

Rodrigo Rey Rosa [ Guatemala ]

Rodrigo Rey Rosa wurde 1958 in Guatemala-Stadt geboren. Dort besuchte er eine Jesuitenschule und bereiste mit seinen Eltern Mexiko und Lateinamerika. Nach der Schule kam er für ein Jahr nach Europa und hielt sich insbesondere in England, Deutschland und Spanien auf. Gleichzeitig begann er kontinuierlich zu schreiben und veröffentlichte erste Erzählungen in Zeitschriften. Bis 1982 studierte er an der School of Visual Arts in New York, reiste nach Marokko und besuchte einen Kurs in Kreativem Schreiben bei Paul Bowles in Tanger, der seine ersten Werke später ins Englische übersetzte. Anfang der neunziger Jahre kehrte Rey Rosa nach Guatemala zurück.
Er ist Autor zahlreicher Romane, die oft auf lateinamerikanischen und nordafrikanischen Legenden und Mythen gründen. Zuweilen lassen sich Objekte und Landschaften, die er in seinen Texten beschreibt, auch nicht eindeutig verorten und deuten allenfalls vage auf einen allgemein lateinamerikanischen Hintergrund hin. Rey Rosas Stil zeichnet sich durch unerwartete Wendungen, Nüchternheit und Transparenz aus. »Ich verbiete mir, mehr über die Geschichte zu wissen, als das, was während des Schreibens entsteht. Ich mache Anfangs nie eine Skizze, im Schreibprozess erfahre ich, was der Roman braucht.« Zu seinen wichtigsten Werken gehören »El cojo bueno« (1996; dt. »Die verlorene Rache«, 2000), »Que me maten si …« (1997; dt. »Die Henker des Friedens«, 2003), »La orilla africana« (1999; dt. »Tanger«, 2002) und »Severina« (2011). In seinem jüngsten Roman, dem Thriller »El país de Toó« (2019; Ü: Das Land Toó), zeichnet er ein schonungsloses Porträt der Korruption und des aktuellen Machtkampfs in Zentralamerika: Das Land Toó stellt ein isoliertes Gebiet mit einer Verwaltungsstruktur der Maya in einer kleinen zentralamerikanischen Republik dar, in dem seit gut 200 Jahren ein fragiler Frieden herrscht. Die Gier einer Bergbaugesellschaft lockt die Maya schließlich aus der Reserve, denn es entsteht eine Situation, in der es die Rechte der Ureinwohner und die Umwelt zu verteidigen gilt.
Rey Rosa erhielt u. a. den Premio Nacional de Literatura de Guatemala 2004 und den Premio José Donoso 2015. Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt, darunter ins Französische, Italienische, Deutsche und Japanische. Rey Rosa selbst übersetzte viele Werke von Paul Bowles sowie von Norman Lewis, Paul Léautaud und François Augiéras u. a. ins Spanische. Er war auch als Journalist tätig und realisierte 2004 den auf seinem Roman basierenden Film »Lo quesoñó Sebastián« (Ü: Was Sebastian träumte), der Bowles gewidmet ist und beim Sundance Film Festival uraufgeführt wurde. Der Autor lebt in Guatemala.