Portrait Self
(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Cock und Bull
List
München, 1994
[Ü: Klaus Berr]
Spaß
Rowohlt
Reinbek b. Hamburg, 1997
[Ü: Klaus Berr]
Die schöne Welt der Affen
Rowohlt
Reinbek b. Hamburg, 1998
[Ü: Klaus Berr]
Das Ende der Beziehung
Rowohlt
Reinbek b. Hamburg, 1999
[Ü: Ulrich Blumenbach]
Die Quantitätstheorie des Irrsinns
Luchterhand
München, 1999
[Ü: Klaus Berr]
Wie Tote leben
Luchterhand
München, 2002
[Ü: Klaus Berr]
Dorian
Berlin Verlag
Berlin, 2007
[Ü: Robin Detje]
Die Kippe
Berlin Verlag
Berlin, 2011
[Ü: Robin Detje]
Regenschirm
Hoffmann & Campe
Hamburg, 2014
[Ü: Gregor Hens]
Leberknödel
Hoffmann & Campe
Hamburg, 2015
[Ü: Gregor Hens]
Shark
Hoffmann & Campe
Hamburg, 2016
[Ü: Gregor Hens]
Phone
Viking
London, 2017


http://will-self.com

Will Self [ Großbritannien ]

Will Self wurde 1961 in London geboren. Seit seinem zehnten Lebensjahr war er begeisterter Leser von Science-Fiction-Literatur (Frank Herbert, J. G. Ballard und Philip K. Dick). Er studierte am Exeter College in Oxford Philosophie, Politik und Wirtschaft und war in dieser Zeit Redakteur einer linken Studentenzeitung. Anschließend arbeitete er zunächst als Journalist, Karikaturist sowie als Kabarettist.

Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte er mit der Veröffentlichung seiner Kurzgeschichtensammlung »The Quantity Theory of Insanity« (1991; dt. »Die Quantitätstheorie des Irrsinns«, 1999) – die Kritik feierte ihn als neues Talent, die Zeitschrift »Granta« wählte ihn 1993 zu einem der zwanzig »Best Young British Novelists«. Sein Stil ist drastisch; nüchtern und präzise werden Beobachtungen und Analysen aus dem Grenzbereich zwischen Normalität und Psychose mitgeteilt. Sein erzählerisches Werk umfasst mittlerweile zehn Romane, fünf Bände mit Kurzprosa und drei Novellen. In »Liver« (2008; dt. »Leberknödel«, 2015) erzählt Self beispielsweise von der englischen Witwe Joyce Beddoes, die an Leberkrebs leidet und sich mit ihrer alkoholsüchtigen Tochter in die Schweiz begibt, um dort »in Würde« zu sterben. In letzter Minute verweigert sie jedoch das tödliche Gift und verlässt die Sterbeklinik. Während sie ohne ihre Tochter durch Zürich wandert, verbessert sich ihr Zustand immer mehr, bis der Tumor schließlich nicht mehr nachweisbar ist. »Eine höchst unterhaltsame Geschichte über Wunder, den Glauben und den Sinn des Lebens« (»SRF«). Sein jüngster Roman »Phone« (2017) ist der Abschluss einer 1500-Seiten-Trilogie um den in London lebenden Psychiater Zack Busner, der einen ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung auf Kosten seiner Patienten zeigt. »Umbrella« (2012; dt. »Regenschirm«, 2014) verbindet die Lebensgeschichte einer Suffragette mit der des Psychiaters Busner. Der »Daily Telegraph« bezeichnete den Text als »seinen bislang vermutlich ehrgeizigsten Roman«, er schaffte es auf die Shortlist des Man Booker Prize. »Shark« (2014; dt. 2016) ist in einer experimentellen Kommune von Busner in London 1970 angesiedelt, wo Menschen und ihre Traumata aus dem Pazifikkrieg aufeinandertreffen. Rauschhaft vermischen sich Erinnerungen und Wirklichkeit in einem Bewusstseinsstrom.

Self schreibt als Journalist und Kolumnist regelmäßig für verschiedene Zeitungen wie »The Guardian«, »Harper’s«, »The New York Times«, »New Statesman« und »Playboy«, seine Kolumnen erschienen in Sammelbänden wie »Junk Mail« (2001), »Psychogeography« (2007) oder »The Unbearable Lightness of Being a Prawn Cracker« (2012). Außerdem machte er sich als politischer Kommentator, Sachbuchautor sowie als Radio- und Fernsehmoderator einen Namen. Darüber hinaus ist er bekannt für seine Stadtwanderungen, außerdem war er Mitglied der Punkband »The Abusers«. Self lebt in London.