Portrait Guez
Olivier Guez und Ulrich Schreiber (c) Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

La grande alliance
[Mit Frédéric Encel]
Flammarion
Paris, 2003
Die Mauer fällt
[Mit Jean-Marc Gonin]
Piper
München, 2009
[Ü: Helmut Reuter]
Heimkehr der Unerwünschten
Eine Geschichte der Juden in Deutschland nach 1945
Piper
München, 2011
[Ü: Helmut Reuter]
American Spleen
Flammarion
Paris, 2012
Les révolutions de Jacques Koskas
Belford
Paris, 2014
Eloge de l’esquive
Editions Grasset et Fasquelle
Paris, 2014
Das Verschwinden des Josef Mengele
Aufbau
Berlin, 2018
[Ü: Nicola Denis]


www.olivierguez.com

Olivier Guez [ Frankreich ]

Der französische Journalist, Schriftsteller und Drehbuchautor Olivier Guez wurde 1974 in Straßburg geboren. 1996 schloss er den Masterstudiengang Internationale Beziehungen am Institut d’Etudes Politiques de Strasbourg ab, parallel dazu studierte er Jura. Es folgte ein MA an der London School of Economics in Government und International Relations. 1998 legte er am Collège d’Europe in Brügge eine zweite Masterprüfung im Fach Europäische Politik und Verwaltung ab. 1998 war Guez OSZE-Wahlbeobachter in Bosnien-Herzegowina, von 2005 bis 2006 war er mit einem Senatsstipendium European Journalist Fellow an der Freien Universität Berlin, 2009 arbeitete er kurz für das französische Außenministerium in Afghanistan und Pakistan. Guez war für verschiedene französische und internationale Zeitungen tätig, so für das Feuilleton der »FAZ« und der »FAS«. Von 2000 bis 2005 berichtete er für »Libération« und »La Tribune« über Lateinamerika, Europa und den Nahen Osten. Heute schreibt er für »Le Point«, »Le Monde« und die »New York Times«.

In seinem Buch »L’Impossible retour. Une histoire des juifs en Allemagne depuis 1945« (2007; dt. »Die Heimkehr der Unerwünschten. Eine Geschichte der Juden in Deutschland nach 1945«, 2011) widmet sich Guez dem heutigen jüdischen Leben in Deutschland, wobei er prominente Zeitzeugen wie Edgar Hilsenrath, Ralph Giordano, Imre Kertész, Henryk M. Broder, Maxim Biller, Micha Brumlik u. a. dazu befragte, wie es möglich sei, in ein Land unfassbarer Verbrechen der Vergangenheit zurückzukehren – oder warum es nicht möglich ist. In seinem Tatsachenroman »La Chute du mur« (2009; dt. »Die Mauer fällt«, 2009) beleuchtet er zusammen mit Jean-Marc Gonin die Ereignisse des 9. November 1989 in einer Art Doku-Drama. 2014 veröffentlichte er seinen ersten Roman »Les révolutions de Jacques Koskas« (Ü: Die Revolutionen des Jacques Koskas) und – als bekannter Fußballexperte in Frankreich – den literarischen Essay »Eloge de l’esquive« über Fußball in Brasilien und die Kunst des Dribblings. Für seinen jüngsten historischen Roman »La Disparition de Josef Mengele« (2017; dt. »Das Verschwinden des Josef Mengele«, 2018) recherchierte Guez drei Jahre über das Leben des Kriegsverbrechers Josef Mengele (1911–1979), der während des Zweiten Weltkriegs im Vernichtungslager Auschwitz praktizierte. Guez erzählt von Mengeles Flucht aus Deutschland nach Lateinamerika, durch die er einem Strafprozess entging, und beleuchtet die Vorstellungswelt Mengeles sowie seine Furcht vor dem israelischen Geheimdienst Mossad und Ermittlern wie Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Der Roman wurde mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet.

Zusammen mit Lars Kraume verfasste er das Drehbuch für den Politthriller »Der Staat gegen Fritz Bauer« (2015), wofür sie 2016 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurden. Der Autor lebt in Paris.