Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Over grensen
Gyldendal
Oslo, 2012
Battle
[Mit Edward B. Gordon]
Urachhaus
Stuttgart, 2018
[Ü: Antje Subey-Cramer]
Die Geschichte der Bienen
btb
München, 2017
[Ü: Ursel Allenstein]
Die Geschichte des Wassers
btb
München, 2018
[Ü: Ursel Allenstein]

www.majalunde.com

Maja Lunde [ Norwegen ]

Die norwegische Schriftstellerin und Drehbuchautorin Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch aufwuchs. Sie studierte ab 1996 Literatur und Psychologie an der Osloer Universität und spezialisierte sich später auf Filmgeschichte. Nach dem Studium arbeitete Maja Lunde für verschiedene kulturelle Festivals sowie für das Filmmuseum in Norwegen und schrieb parallel ihre ersten Drehbücher, insbesondere für Kindersendungen des norwegischen Fernsehens. 2009 machte sie sich als Drehbuchautorin selbstständig, 2012 erschien ihr erstes Jugendbuch »Over grensen« (Ü: Über die Grenze), basierend auf realen Ereignissen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: der Verschleppung norwegischer Juden in deutsche KZs im Herbst 1942. Lunde erzählt von der geglückten Flucht zweier Kinder, die nach der Verhaftung ihrer Eltern mithilfe eines Cousins durch den Wald von Østfold nach Schweden gelangen können. In Lundes darauffolgendem Jugendroman »Battle« (2014; dt. 2018) geht es um die erste Liebe einer Ballettelevin zu einem Breakdancer. Besonderes Augenmerk richtet die Autorin auf die schwierigen Lebens- und Wohnverhältnisse der Protagonisten, die ebenso authentisch beschrieben sind wie die Ballettwelt.

»Bienes historie« (2015; dt. »Die Geschichte der Bienen«, 2017) ist Lundes erster Roman für Erwachsene, er erschien in über dreißig Ländern, wurde mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet und war in der deutschen Übersetzung das meistverkaufte Buch 2017. Lunde thematisiert die drohende Klimakatastrophe anhand des Bienensterbens. Die Handlung ist auf drei Zeitebenen angesiedelt: 1852 kommt ein englischer Biologe und Samenhändler, dessen Forschungen gescheitert sind, auf die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock; 2007 verschwinden im amerikanischen Ohio die Bienen eines Imkers spurlos; 2098 sind in China die Bienen längst ausgestorben, und eine Landarbeiterin bestäubt die Bäume von Hand. Anhand dieser drei Schicksale zeichnet Lunde die Verbundenheit von der Menschheitsgeschichte mit der der Bienen auf, erzählt von Verlust und Hoffnung, stellt die Frage, welche Welt heutige Generationen ihren Kindern überlassen. Der zweite Teil des von Lunde geplanten »Klima-Quartetts« erschien 2017 unter dem Titel »Blå« (dt. »Die Geschichte des Wassers«, 2018). Auch in diesem Buch geht es um die Zukunft der Menschheit: Im Jahr 2014 beherrschen Dürre und Waldbrände den Alltag in Südeuropa, eine Familie von Klimaflüchtlingen wird auseinandergerissen, Vater und Tochter versuchen Mutter und Sohn zu finden. Im Jahr 2017 kehrt eine siebzigjährige norwegische Umweltaktivistin in ihre Heimat an der Westküste zurück, um die Gletscher zu retten, aus denen Eis gewonnen werden soll. Wiederum verknüpft Lunde zwei Zeitebenen, diesmal in einer Geschichte, die vom Urelement des Wassers und der realen Gefahr seines Versiegens für künftige Generationen bestimmt ist.