Portrait Connelly
(c) Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Der Kuß des Drachen
Bastei Lübbe
Bergisch Gladbach, 1998
[Ü: Cécile G. Lecaux]
The Lizard Cage
Nan A. Talese
New York, 2007
Burmese Lessons
Nan A. Talese
New York, 2010
Come Cold River
Quattro Books
Toronto, 2013
The Change Room
Random House Canada
Toronto, 2017

karenconnelly.ca

Karen Connelly [ Kanada ]

Karen Connelly, eine von »Kanadas klügsten, stärksten und kühnsten« Schriftsteller*innen, ist Autorin von elf Büchern im Bereich Lyrik, Prosa und erzählendes Sachbuch. Geboren 1969, wuchs sie in Calgary, Alberta, auf und lebte von ihrem achtzehnten Lebensjahr an außerhalb Kanadas. Die polyglotte, streitbare Menschenrechtsaktivistin hielt sich in Thailand, Spanien und Frankreich auf, reiste im Mittleren Osten sowie in Nordafrika und verbrachte längere Zeit in Myanmar und an der Grenze zu Thailand. Ihre andere Wahlheimat ist die griechische Insel Lesbos, wo sie seit 1992 zeitweise lebt und Fundraising für Starfish gemacht hat, einen griechischen Notfalldienst für Geflüchtete.

Ihr gefeierter Roman »The Lizard Cage« (2007; Ü: Der Echsenkäfig), der mit dem britischen Orange Broadband New Novelist’s Prize ausgezeichnet wurde und auf der Shortlist für den amerikanischen Kiriyama Prize stand, ist in einem Gefängnis nahe Rangun angesiedelt. Der berühmte junge Liedermacher Teza sitzt wegen seiner Protestsongs in Einzelhaft und freundet sich mit einem Waisenjungen und einem Gefängniswärter an. Es folgt eine spannende, brillant erzählte Geschichte über die Natur der Grausamkeit, der Loyalität und der Sprache. »The New York Times Book Review« verglich den Roman mit den Werken von Orwell, Mandela und Solschenizyn; er erschien in Kanada, den USA und Großbritannien und wurde ins Niederländische, Hebräische, Italienische, Französische und Griechische übersetzt. In Myanmar stand das Buch zunächst auf dem Index, wurde aber vor Kurzem auch dort in Übersetzung veröffentlicht. Es folgte das Sachbuch »Burmese Lessons« (2010; Ü: Burmesische Lektionen) über ihre Erfahrungen in Myanmar und ihre Beziehung zum Anführer einer revolutionären Widerstandsbewegung. Im Mittelpunkt von Connellys jüngstem, erstmals in Kanada angesiedeltem Roman »The Change Room« (2017; Die Umkleide) steht eine verheiratete heterosexuelle Frau, die eine leidenschaftliche Affäre mit einer Sexarbeiterin eingeht. Die Kritik nannte ihn »revolutionär«, »grenzüberschreitend« und »ihr bisher provokantestes Buch«, weil es dem üblichen Trend in Literatur und Film trotzt: Keine der Frauen stirbt am Ende. 2019 wird eine Sammlung ihrer preisgekrönten Essays unter dem Titel »How to Grow a New Heart, true stories from a wild life« (Ü: Wie man sich ein neues Herz wachsen lässt. Wahre Geschichten aus einem wilden Leben) erscheinen.

Connelly wurde u. a. mit dem Pat Lowther Award für Lyrik (1991) sowie dem renommierten kanadischen Governor General’s Award (1994) ausgezeichnet, für den sie mehrfach nominiert war. 2006 stand sie auf der Longlist des hochdotierten IMPAC Award. 2018 war sie Finalistin des U.S. Bisexual Writer of the Year Award. Connelly lebt mit ihrer Familie in Toronto und ist als Autorin, Dozentin und Therapeutin mit privater Praxis tätig.