Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Die Monster sind krank
Gerstenberg
Hildesheim, 2006
[Ü: Jacoby Edmund]
Les voyages merveilleux de Lilou la fée
Actes sud
Paris, 2006
La boîte à images
Thierry Magnier
Paris, 2014
Abris
Les fourmis rouges
Montreuil, 2014
Ma mère
[Text: Stéphane Servant]
Thierry Magnier
Paris, 2015
http://emmanuellehoudart.fr

Emmanuelle Houdart [ Frankreich, Schweiz ]

Emmanuelle Houdart wurde 1967 im Kanton Walis in der Schweiz geboren. Sie studierte an der École des Beaux Arts in Sion und der École Supérieure d’Art Visuel in Genf. Seit 1996 ist sie Malerin und Grafikerin, bislang erschienen von ihr etwa dreißig Bücher, vorwiegend für Kinder, darunter auch Illustrationen zu Texten anderer Autor*innen. Außerdem zeichnet sie gelegentlich für verschiedene Printmedien wie »Libération«, »Le Monde«, »Sciences et Vie Junior« oder »Ça m’intéresse« und leitet Workshops in Schulen. 2007 übernahm sie die Artwork für das Festival des arts du cirque Solstice in Antony und Châtenay-Malabry.
Als Autorin und Illustratorin entwickelt sie ein eigenes grafisches Universum, in dem sich das Unbelebte belebt, Tiere und Menschen zu Hybriden werden. In ihren wunderlichen, teilweise monströsen und stets erzählerisch dichten Bildern verleiht sie den Charakteren symbolische Attribute, die ihre Identität als emotionalen Zustand darstellen. »Ich habe, wie alle anderen auch, eine Menge wunderbarer und schrecklicher Dinge erlebt. Und das zeichne ich, das Wunderbare und das Schreckliche.« Als Technik bevorzugt sie das eigenhändige Zeichnen mit Filzstiften auf Karton, einige Stellen hebt sie mit Buntstift hervor. In deutscher Übersetzung erschien für Kinder von fünf bis sieben Jahren »Monstres malades« (2004; dt. »Die Monster sind krank«, 2006). In leuchtenden Farben zeigt Houdart allerlei Schreckgestalten mit durchaus menschlichen Wehwehchen: Der Teufel hat Durchfall, der Werwolf Nasenbluten, und die Hexe ist heiser. Alle unheimlichen Kreaturen wie Vampire, Teufel und Skelette, denen Houdart je eine Doppelseite widmet, verlieren an Bedrohlichkeit, wenn Durchfall sie ans Klo fesselt, sie von Läusen oder Migräne geplagt werden oder von Windpocken übersät sind. Heilung finden sie durch Therapien mit Schmetterlingsküssen, warmen Getränken und einem Kuscheltier.
Für das Buch erhielt Houdart 2005 den Bologna Ragazzi Award, darüber hinaus wurde sie für ihr grafisches Werk mit zahlreichen weiteren Auszeichnungen geehrt, darunter dem France Grand Prix Jeunesse de la Société des Gens de Lettres für »Les voyages merveilleux de Lilou la fée« (2006), dem Pépite du livre für »La boîte à images« (2014) und dem France Grand Prix de l’illustration für »Ma mère« mit einem Text von Stéphane Servant (2015). Für die Post der Republik Frankreich schuf sie zwischen 2014 und 2016 drei Briefmarkensets. Seit einigen Jahren arbeitet sie auch als Kostüm- und Textildesignerin. Nach ihren Entwürfen wurden 2011 Stoffe und Kostüme für die Ausstellung »Barnhominum« beim Salon du livre et de la presse jeunesse in Montreuil umgesetzt. Ihre Illustrationen wurden auch in Ausstellungen u. a. in Montpellier, Bobigny und Genf gezeigt. Die Künstlerin lebt in Paris.