Portrait Glukhovsky
(c) Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Metro 2033
Heyne
München, 2008
[Ü: David Drevs]
Metro 2034
Heyne
München, 2009
[Ü: David Drevs]
Sumerki
Heyne
München, 2010
[Ü: David Drevs]
Futu.re
Heyne
München, 2014
[Ü: David Drevs]
Metro 2035
Heyne
München, 2016
[Ü: David Drevs]
Das Evangelium nach Artjom
Heyne
München, 2018
[Ü: David Drevs]
Text
Europa
München, 2018
[Ü: Franziska Zwerg]


http://glukhovsky.ru

Dmitry Glukhovsky [ Russland ]

Dmitry Glukhovsky wurde 1979 in Moskau geboren. Ab 1996 studierte er Journalismus und Internationale Beziehungen in Jerusalem. Danach wurde er für drei Jahre Redakteur bei EuroNews in Lyon. 2005 kehrte er nach Russland zurück und arbeitete für weitere drei Jahre beim Nachrichtensender Russia Today. Als Korrespondent bereiste er u. a. Krisengebiete wie die libanesisch-israelische Grenze, besuchte unter Gefährdung seiner Gesundheit die Reaktorruine von Tschernobyl, wo er Material für seine spätere Roman-Reihe »Metro« sammelte, und berichtete als Erster live vom Nordpol. Glukhovsky arbeitete zudem mit der Deutschen Welle und dem britischen Nachrichtensender Sky News zusammen. Von 2007 bis 2009 moderierte er auf dem russischen Fernsehsender Kultura die Diskussionsrunde »Presse-Club 21« und schrieb Kolumnen für verschiedene Zeitschriften.

Bereits in seinen Schul- und Studienjahren begann Glukhovsky mit dem Schreiben seines ersten Romans im Science-Fiction-Genre »Metro 2033« (2005; dt. 2008), für den er zunächst keinen Verlag fand und den er daher unter Einbeziehung der Leser in Fortsetzung im Internet publizierte. Sein Debüt, das 2007 beim jährlichen Wettbewerb »Eurocon« zum besten Roman gewählt wurde, erzählt von den Bewohnern Moskaus, die einen Atomkrieg in den Tunneln der Untergrundbahn überlebt haben und permanent von monströsen Wesen bedroht werden. Der junge Artjom begibt sich auf Expedition durch das verzweigte Metro-Netz und versucht die Menschheit vor dem Exodus zu bewahren. Auch die Handlung der Nachfolgeromane »Metro 2034« (2009; dt. 2009) und »Metro 2035« (2015; dt. 2016) ist in der düster-erschreckenden Moskauer Unterwelt im postatomaren Zeitalter angesiedelt und dreht sich um den Überlebenskampf und die ideologischen Gefechte seiner Bewohner. Die »Metro«-Reihe, die in über zwanzig Sprachen übersetzt wurde, liest sich nicht nur als postapokalyptischer Sci-Fi-Text, sondern auch als Parabel auf die russische Gesellschaft. Glukhovskys erklärtes Ziel ist es, die Genregrenzen in der Literatur zu überwinden. Auf Grundlage von »Metro« entstanden nicht nur PC-Spiele, sondern auch das »METRO-Universum«, unter dessen Label verschiedene, mittlerweile auch internationale Autoren die alternative Realität in anderen russischen und europäischen Regionen beschreiben. Neben dem ebenfalls dystopischen Roman »Sumerki« (2007; dt. 2010) veröffentlichte Glukhovsky auch den Erzählband »Rasskazy o rodine« (2010; Ü: Erzählungen über die Heimat), in dem er das gegenwärtige Russland in kurzen, grotesken Texten beschreibt. In seinem jüngsten, realistischen Roman »Tekst« (2017; dt. »Text«, 2018) erzählt Glukhovsky an der Schnittstelle zwischen Thriller und Roman noir eine düstere Geschichte von unmöglicher Liebe und sinnloser Rache vor dem Hintergrund des heutigen Russlands und den Lebensgewohnheiten in unserer digitalen Welt.

Der Autor lebt in Moskau und Barcelona.