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© Lee Chunhee

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Die Früchte meiner Frau

In: Koreanische Erzählungen

dtv

München, 2005

[Ü: Ki-Hyang Lee]


Convalescence

ASIA

Seoul, 2013

[Ü: Jeon Seung-hee]


Die Vegetarierin

Aufbau

Berlin, 2016

[Ü: Ki-Hyang Lee]


Menschenwerk

Aufbau

Berlin, 2017

[Ü: Ki-Hyang Lee]


The White Book

Portobello Books

London, 2017

[Ü: Deborah Smith]


Deine kalten Hände

Aufbau

Berlin, 2019

[Ü: Kyong-Hae Flügel]


writerhankang.com/eng

Han Kang [ Republik Korea ]

Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und studierte Koreanische Literatur an der Yonsei Universität in Seoul.

Ihre literarische Karriere begann 1993 mit der Veröffentlichung von fünf Gedichten, darunter »Winter in Seoul« in der koreanischen Zeitschrift »Literatur und Gesellschaft«. Ein Jahr später wurde sie für ihre Kurzgeschichte »Bulgeun dat« (Ü: Rotes Segel) erstmalig mit einem Literaturpreis ausgezeichnet. 1995 erschien ihr erster Erzählband »Yeosu-ui Sarang« (Ü: Liebe in Yeosu), auf den zahlreiche weitere folgten. Die Kurzgeschichte »Nae yŏja-ŭi yŏlmae« wurde 2005 unter dem Titel »Die Früchte meiner Frau« ins Deutsche übersetzt und erschien in der Anthologie »Koreanische Erzählungen«. Ihr dritter Roman »Chaesikju-uija« (2007; dt. »Die Vegetarierin«, 2016) handelt von einer jungen Frau, die gegen ihre Familie und Freunde rebelliert, indem sie Vegetarierin wird. In drei miteinander verbundenen Erzählungen schildert die Autorin den Kampf und die innerliche Zerrissenheit der Protagonistin aus verschiedenen Perspektiven und zeigt, wie sie unter den Strukturen einer patriarchalen Gesellschaft leidet. In ihrer wahnhaften Selbstzerstörung wird die Heldin schließlich zur Pflanze. Für ihren Roman erhielt Han 2016 als erste Südkoreanerin den Man Booker International Prize. In »Sonyeoni onda« (2014; dt. »Menschenwerk«, 2019) schildert Han das Massaker an Studenten von 1980 in der Stadt Gwangju. Es war ihr ein tiefes Bedürfnis, über die Geschehnisse in ihrer Geburtsstadt zu schreiben und dabei der Frage nachzugehen, wie solch extreme Gewalt verhindert werden kann. Zuletzt erschien in deutscher Übersetzung ihr Roman »Munhak-kwa chisŏngsa« (2002; dt. »Deine kalten Hände«, 2019) über einen Bildhauer, der sich auf Gipsabdrücke von Händen spezialisiert hat und dessen Inspirationsquelle eine Studentin ist, die als Kind missbraucht wurde und nun aus Protest hungert. Hans autobiografischer Roman »The White Book« (2017; Ü: Das weiße Buch) versammelt Textfragmente über Dinge, die mit der Farbe Weiß assoziiert werden, visuell ergänzt durch Schwarz-Weiß-Fotografien und breite weiße Ränder sowie leere weiße Seiten nach dem letzten Kapitel. Im Mittelpunkt steht die ältere Schwester von Han, die kurz nach der Geburt starb. Trauer und die Belastbarkeit von Leben sind zentrale Themen des Romans, der vom Tod im Leben und vom Leben im Tod erzählt.

In ihrer Heimat erhielt die Autorin mehrere Auszeichnungen, darunter 1999 den Korean Novel Award sowie den Yi-Sang Literary Award. Zehn Jahre lang unterrichtete sie Kreatives Schreiben am Seoul Institute of the Arts. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in Seoul.

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