Hinemoana Baker
(c) Ashley Clark

Gast des ilb 2016, 2021.

Bibliographie

mātuhi | needle

Victoria University Press, Wellington, 2004

Perceval Press, Santa Monica, 2004

 

kōiwi kōiwi | bone bone

Victoria University Press

Wellington, 2010

 

waha | mouth

Victoria University Press

Wellington, 2014

 

Transit of Venus | Venustransit

[Mit Ulrike Almut Sandig, Glenn Colquhoun, Uwe Kolbe, Brigitte Oleschinski, Chris Price]

Victoria University Press

Wellington, 2016

 

Funkhaus

Victoria University Press 

Wellington, 2021

Hinemoana Baker [ Neuseeland ]

Hinemoana Baker wurde 1968 in Christchurch, Neuseeland, geboren und wuchs in Whakatane und Nelson auf. Sie ist die Tochter eines Māori, mütterlicherseits hat sie europäische Vorfahren. An der Victoria University of Wellington erwarb Baker einen Bachelor-Abschluss in Māori und Women’s Studies und anschließend einen Master in Kreativem Schreiben.

Bakers Schriftstellerkarriere nahm ihren Anfang in Harare, Simbabwe, wo sie die Gründung der Gruppierung Zimbabwe Women Writers unterstützte. In diesem Rahmen gab sie ihre erste öffentliche Lesung. Bakers erster Gedichtband »mātuhi | needle« (Ü: Nadel) erschien 2004. Viele Gedichte gehen der Frage nach, wie der Mensch in der heutigen Welt Orientierung und seinen Weg finden kann. Der neuseeländische Schriftsteller Bill Manhire nannte den Band ein »wunderschönes GPS-Gerät«. 2010 folgte »kōiwi kōiwi | bone bone« (Ü: Knochen Knochen), 2014 »waha | mouth« (Ü: Mund). Besonderen Wert legt die Autorin auf die künstlerisch aufwendige Gestaltung ihrer Bücher. Das Material für ihre Gedichte findet sie in Autobiografischem und äußerst Intimem genauso wie in Alltagsbeobachtungen oder vorgefertigten Textfragmenten beispielsweise aus Wörterbüchern. Lautmalereien und Sprachspiele sind kennzeichnende Elemente ihrer Texte, die auch in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften abgedruckt wurden. 2009 war Baker Arts Queensland Poet in Residence, 2014 Victoria University of Wellington’s Writer in Residence. In diesem Rahmen widmete sie sich einem Prosatext, in dem sie Ereignisse aus der Geschichte ihrer Familie behandelt, etwa die teils traumatische Zeit, die ihr Vater als Kind in einem katholischen Waisenhaus verbracht hat. 2015/16 war sie Creative New Zealand’s Berlin Writer in Residence. In dieser Zeit forschte Baker nach ihren Ahnen mütterlicherseits, die aus Oberammergau stammen und nach Neuseeland ausgewandert sind. 2012 gab es ein deutsch-neuseeländisches Lyriker*innentreffen, darunter u. a. Baker, Ulrike Almut Sandig, Uwe Kolbe und Brigitte Oleschinski, die gemeinsam nach Tolaga Bay, Neuseeland, reisten und das äußerst seltene Himmelsschauspiel eines Venustransits, das Vorbeiziehen der Venus vor der Sonne, beobachteten, was sich in dem 2016 gemeinsam herausgegebenen Band »Transit of Venus | Venustransit« niederschlug. 2021 erschien Bakers Band »Funkhaus« mit liedhaften Texten über Liebe, Freundschaft und Entfremdung über Länder und Sprachen hinweg, adressiert an Lebende und Tote.

Hinemoana Baker lebt seit 2015 in Berlin. Sie unterrichtet Kreatives Schreiben und ist auch als Musikerin und Produzentin erfolgreich. Seit den 1990er Jahren tritt sie als Singer-Songwriter auf. Ihr erstes Album »puāwai« aus dem Jahr 2004 war mehrfach für Musikpreise nominiert. Gemeinsam mit Christine White bildet sie zudem das Duo Taniwha. Auch ihre Texte präsentiert und performt sie auf zahlreichen Festivals.

http://www.hinemoana.co.nz