Nina Verheyen Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Diskussionslust

Eine Kulturgeschichte des »besseren Arguments« in Westdeutschland

Vandenhoeck & Ruprecht

Göttingen, 2010

Die Präsenz der Gefühle

Männlichkeit und Emotion in der Moderne

[Hg. v. Manuel Borutta u. Nina Verheyen]

Transcript

Bielefeld, 2010

Nina Verheyen [ Deutschland ]

Nina Verheyen studierte Neuere und Alte Geschichte sowie Soziologie an der Humboldt-Universität und an der Freien Universität Berlin. Während ihres Erasmusstipendiums an der Universität Rom III studierte sie zudem Filmwissenschaften. Ihre Magisterarbeit »Bürger als Väter. Zur Inszenierung männlicher Emotionalität im hanseatischen Bürgertum des 19. Jahrhunderts« wurde 2002 mit dem Nachwuchspreis für Familienforschung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend prämiert. Nach ihrem Magisterabschluss war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe »Zivilgesellschaft: Historisch-sozialwissenschaftliche Perspektive« des Wissenschaftszentrums Berlin tätig, bevor sie 2004 ebendort, gefördert durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Doktorandin wurde. 2005 bis 2006 forschte sie als Visiting Scholar an der Columbia University in New York City. 2008 promovierte sie mit der Dissertation »Diskussionslust. Eine Kulturgeschichte des ›besseren Arguments‹ in Westdeutschland, 1945–1973«. Darin untersuchte sie die komplexe historische und kulturelle Entwicklung der diversen Diskussionsformen in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte und stellte die öffentliche Debatte als eine demokratische Kulturtechnik heraus. Kontrastierende Konstrukte von Habermas, Luhmann und Foucault gleicht sie mit Archivrecherchen ab und entwickelt ihre eigene These zu der inzwischen als selbstverständlich angesehenen, doch äußerst wandelbaren sozialen Praxis der privaten wie öffentlichen Debatte. Verheyens Abhandlung wurde mit dem Hedwig-Hintze-Förderpreis des Instituts für Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin ausgezeichnet.

Anschließend war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin im Forschungsbereich »Geschichte der Gefühle« unter der Leitung von Professorin Dr. Ute Frevert tätig. Für die von Frevert herausgegebene Anthologie »Gefühlswissen. Eine lexikalische Spurensuche in der Moderne« (2011) verfasste sie das Kapitel »Alter(n) mit Gefühl«. Verheyens Forschungsschwerpunkte liegen auf der Kommunikations- und Mediengeschichte sowie der Geschlechter- und Familiengeschichte. Zusammen mit Manuel Borutta gab sie die Essaysammlung »Die Präsenz der Gefühle« (2010) heraus, welche Maskulinitätsbilder in Verbindung mit Emotionen in verschiedensten Lebensbereichen historisch untersucht.

Von 2010 bis 2011 war Verheyen als wissenschaftliche Projektmitarbeiterin und Lehrkraft tätig, bevor sie im August 2011 an das Historische Institut der Universität Köln wechselte. Sie verfasst zudem regelmäßig Beiträge zu historischen wie zeitgenössischen Phänomenen. 2013 ist Verheyen Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.