Portrait Dominique Goblet

Gast des ilb 2013, 2019.

Bibliographie

Portraits crachés
Fréon
Brüssel, 1997
Souvenir dʼune journée parfaite
[Mit Guy-Marc Hinant]
Fréon
Brüssel, 2001
Pastrami
LʼAssociation
Paris, 2007
Les hommes-loups
[Mit Guy-Marc Hinant]
Frémok
Brüssel, 2010
Chronographie
[Mit Nikita Fossoul]
LʼAssociation
Paris, 2010
So tun als ob heißt lügen
avant-verlag
Berlin, 2017
[Ü: Annika Wisniewski]
Bei Gefallen auch mehr ...
[Mit Kai Pfeiffer]
avant-verlag
Berlin, 2018
[Ü: Kai Pfeiffer]
LʼAmour dominical
[Mit Dominique Théate]
Frémok
Brüssel, 2019

Dominique Goblet [ Belgien ]

Die belgische Künstlerin, Illustratorin und Comiczeichnerin Dominique Goblet wurde 1967 in Brüssel geboren und wuchs in einer französisch-flämischen Familie auf. Goblet studierte Bildende Kunst am Institut Saint-Luc, absolvierte von 1987 bis 1990 einen Illustrationskurs und erwarb später Lehrbefähigungen in Englisch und Kunst. Seit den neunziger Jahren gehörte sie dem Künstlerkollektiv Frémok der frankobelgischen Comic-Avantgarde an, dann schloss sie sich der Künstlervereinigung L’Association an.
Ihr erstes Buch »Portraits crachés« (1997) war eine Zusammenstellung von Geschichten und Illustrationen, die ursprünglich in bedeutenden Comic-Zeitschriften wie »Frigo« veröffentlicht worden waren. Ihre erste Graphic Novel »Souvenir dʼune journée parfaite« (2001), die im Rahmen des Projekts »Récits de villes« erschien, ist an der Grenze zwischen Autobiografie und Fiktion angesiedelt und stellt Fragen nach Vergangenheit, Gegenwart, Leben und Tod. Für »Les hommes-loups« (2010) arbeitete Goblet erneut mit dem Texter Guy-Marc Hinant zusammen. In der autobiografischen Comic-Erzählung »Faire semblant cʼest mentir« (2007; dt. »So tun als ob heißt lügen«, 2017), die sie zwölf Jahre zuvor begonnen hatte, verarbeitet sie die Beziehung zu ihrem alkoholkranken Vater. Die brüchige Ästhetik der Skizzenhaftigkeit dieser Graphic Novel, die auch verschiedentliche Korrekturen offenlegt, spiegeln zum einen den sprunghaften Schaffensprozess und vermitteln zum anderen das Grundgefühl, dem die Heranwachsende ausgesetzt war: Verlorenheit und mangelnde Sicherheit. »Goblet geht einen literarisch-poetischen Weg: Sie taucht mit beeindruckender Konsequenz in die Tiefen ihres Lebens, um in ihren Erfahrungen jene Gedanken und Gefühle zu bannen, die allgemeine Gültigkeit haben« (»NZZ«). Das Buch, das in sechs Sprachen übersetzt wurde, bekam mehrere Nominierungen auf dem Festival in Angoulême und erhielt den Prix Töpffer. 2011 begann Goblet eine Zusammenarbeit mit dem Berliner Autor und Zeichner Kai Pfeiffer. Über zwei Jahre arbeitete das Autorenduo an »Plus si entente« (2014; dt. »Bei Gefallen auch mehr …«, 2018), einer bizarren Geschichte über die Partnersuche einer alleinerziehenden Frau im Internet. Auf Grundlage des Buches schufen sie zudem die Performance-Installation »Le Jardin des Candidats«, mit der sie zum Fumetto Festival Luzern, ins Nabokov-Museum in St. Petersburg und in die Arts Factory Galerie nach Paris tourten. In ihrem jüngsten Werk »L’Amour dominical« erzählt sie zusammen mit Dominique Théate von der Dreiecksbeziehung zwischen einem berühmten Ringer, seiner bärtigen Frau und einem kriminellen Kieferorthopäden.
Goblet wurde 2010 mit dem Preis der École européenne supérieure de l’image ausgezeichnet und war 2019 Präsidentin der Grand Jury des Internationalen Comic Festivals Angoulême. Sie lebt in Brüssel und unterrichtet an der Kunsthochschule ERG narratives Zeichnen.