Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Belgrader Trilogie

Familiengeschichten. Belgrad

Verlag der Autoren

Frankfurt/Main, 1999

[Ü: Barbara Antkowiak, Mirjana und Klaus Wittmann]

Der Sturz

Henschel

Berlin, 2002

[Ü: Mirjana und Klaus Wittmann]

Heuschrecken

Henschel

Berlin, 2005

[Ü: Mirjana und Klaus Wittmann]

Barbelo, von Hunden und Kindern

Henschel

Berlin, 2008

[Ü: Mirjana und Klaus Wittmann]

Biljana Srbljanović [ Serbien ]

Biljana Srbljanović wurde 1970 in Belgrad geboren. Sie studierte an der Akademie für dramatische Künste in Belgrad, wo sie heute lehrt. Ihre Abschlussarbeit »Beogradska trilogija« (1995, dt. »Belgrader Trilogie«,1999) wurde 1997 in Belgrad uraufgeführt. Im Mittelpunkt der drei tragisch-komischen Szenen stehen junge serbische Emigranten in Prag, Sydney und Los Angeles, die sich zwar vor einer Einberufung zur Armee in Sicherheit bringen konnten, deren Träume und Hoffnungen aber unerfüllt bleiben. Schon hier klingen die tragenden Themen ihres dramatischen Werks an − das Zerbrechen von Familien und Gemeinschaften und die Traumata einer brutalisierten Gesellschaft während und nach dem Balkankrieg. In ihrem Stück »Porodične priče« (1997, dt. »Familiengeschichten. Belgrad«, 1999) werden durch Rollenspiele die Familienverhältnisse im postkommunistischen Belgrad simuliert. Ihr Theaterstück »Pad« (1999, dt. »Der Sturz«, 2002) rechnet mit dem Milošević-Regime und der Rückständigkeit jedweden Nationalismus ab. Während einer Gastdozentur 2002/03 in New York schrieb sie ihr Stück »God Save America«, das vom jähen Ende der New-Economy-Karriere eines europäischen Einwanderers handelt. Mit der älteren Generation und ihrem Überlebenskampf nach dem Zusammenbruch sozialer Systeme befasste sich Srbljanović in »Skakavci« (2005, dt. »Heuschrecken«, 2005), wofür sie von der Zeitschrift »Theater heute« zu einer der drei »ausländischen Dramatiker des Jahres 2006« gewählt wurde. 2009 schrieb sie für das Essener Theater das Auftragswerk »Barbelo, von Hunden und Kindern« über eine von Krieg und politischen Umbrüchen gezeichnete Familie, in der die Unterscheidung zwischen Leben und Tod ebenso aufgehoben ist wie die zwischen Mensch und Tier.

Sie hat neun Stücke und zahlreiche Essays und Artikel in internationalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht (»Le Monde«, »La Repubblica«, »Der Standard«, »Der Spiegel«, »B92«, »Pescanik« u. a.). Ihre Stücke wurden in 25 Sprachen übersetzt und in über hundert Theatern weltweit aufgeführt.

Biljana Srbljanovic wurde u. a. fünfmal mit dem serbischen Sterija Award ausgezeichnet, erhielt den Ernst-Toller-Preis (1999) und den Freedom Prize (2003) für Ihr Engagement für Kunst und Politik und gewann 2007 den Europa-Theater-Preis. Sie setzt sich für Menschenrechte und im Tierschutz ein, kandidierte für das Amt der Bürgermeisterin in Belgrad und bei den Kommunalwahlen 2008. Gegenwärtig arbeitet sie an einem Stück mit dem Titel »Der Tod ist kein Fahrrad« für das Bochumer Schauspielhaus. Biljana Srbljanovic lebt und arbeitet in Belgrad, Paris und Baku.