Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Surat Shakira
al-Muassasa al-Arabiya lildirasat wa an-Nashr
Beirut, 2003

Maraya al-ghiyab:
Yaumiyat al-huzn wa s-siyasa
al-Muassasa al-Arabiya lildirasat wa an-Nashr
Beirut, 2007

Mordechai’s Moustache And His Wife’s Cat
Banipal Books, 2007
[Ü: Issa J Boullata, Elizabeth Whitehouse, Liz Winslow and Mahmoud Shukair]

Ma cousine Condoleeza
Actes Sud
Paris, 2008
[Ü: Stéphanie Dujols]

Übersetzer
Issa J Boullata, Stéphanie Dujols, Mahmoud Shukair, Elizabeth Whitehouse, Liz Winslow

Mahmoud Shukair [ Palästina ]

Mahmoud Shukair wurde 1941 in Jerusalem geboren. Er studierte Philosophie und Soziologie in Damaskus. 1974 wurde er von den israelischen Behörden verhaftet und nach einigen Monaten Gefängnis in den Libanon abgeschoben. Anschließend ging er nach Amman. Erst nach dem Oslo-Abkommen 1993 konnte er in seine Heimatstadt zurückkehren. Von 1988 bis 1998 war Shukair Mitglied im Palästinensischen Nationalrat. Außerdem war als Redakteur bei verschiedenen palästinensischen Zeitungen und Zeitschriften tätig, u. a. bei »Dafatir Thaqafiya«, die vom Palästinensischen Kulturministerium herausgegeben wurde.

Mahmoud Shukair schreibt Drehbücher, Theaterstücke, Kinderbücher und Kurzgeschichten. Außerdem liegen von ihm zahlreiche autobiografische Bücher vor, die ein wichtiges Dokument der neueren palästinensischen Geschichte darstellen. Ein Beispiel hierfür ist »Maraya al-ghiyab: Yaumiyat al-huzn wa s-siyasa« (Beirut 2007; Ü: Die Spiegel der Abwesenheit: Tagebücher der Traurigkeit und Politik), in dem er vor allem seine Erfahrungen in der Palästinensischen KP schildert.

Bekannt wurde Shukair vor allem für seine Kurzgeschichten, die in Zeitschriften und Anthologien u. a. auch auf Englisch, Koreanisch und Chinesisch vorliegen. Auf Französisch erschien eine Auswahl unter dem Titel »Ma cousine Condoleezza« (2008). Der palästinensische Kritiker und Schriftsteller Hassan Khider charakterisiert Shukairs Prosa folgendermaßen: »Es gibt einige Ähnlichkeiten zwischen Mahmud Shukairs Stil und der Erzählweise des italienischen Schriftstellers Alessandro Baricco. Beide schreiben kurze Texte, die einer chinesischen Tuschezeichnung ähnlicher sind als einem Ölgemälde. Die Zeichnungen sind geheimnisvoll, transparent, scheinen wie amputiert, aber sie regen die Fantasie des Lesers an und bekommen dort ihre endgültige Form. Die Sprache ist äußerst sparsam, aber sehr poetisch.«

Seit Beginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit zu Beginn der 1960er Jahre setzt sich Shukair in seinem Werk mit der palästinensischen Tragödie auseinander: Exil, israelische Besatzung, Selbstbildnisse und zwischenmenschliche Beziehungen. In seinen späten Arbeiten kommt ein Hang zur Ironie zum Vorschein, zum Beispiel in dem Band »Surat Shakira« (2003; Ü: Shakiras Bild). Mahmoud Shukair lebt in Jerusalem.

© internationales literaturfestival berlin

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