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© Cheheltan/ Dirk Skiba

Gast des ilb 2009, 2011, 2012, 2015, 2020.

Bibliographie

Teheran. Revolutionsstraße

Kirchheim

München, 2009 [Ü: Susanne Baghestani]

Amerikaner töten in Teheran

C. H. Beck

München, 2011 [Ü: Susanne Baghestani]

Teheran, Stadt ohne Himmel

Eine Chronologie von Albtraum und Tod

C.H. Beck

München, 2012 [Ü: Kurt Scharf]

Iranische Dämmerung

Kirchheim

München, 2015 [Ü: Jutta Himmelreich u. Farsin Banki]

Der Kalligraph von Isfahan

C.H. Beck

München, 2015 [Ü: Kurt Scharf]

Teheran Kiosk

Kirchheim

München, 2016 [Ü: Susanne Baghestani, Kurt Scharf u. Jutta Himmelreich]

Der standhafte Papagei

Erinnerungen an Teheran 1979

Matthes & Seitz

Berlin, 2018 [Ü: Jutta Himmelreich]

Teheran, Apokalypse

Ein Roman über den Hass in sechs Episoden

C.H. Beck

München, 2018 [Ü: Susanne Baghestani u. Kurt Scharf]

Der Zirkel der Literaturliebhaber

C.H. Beck

München, 2020 [Ü: Jutta Himmelreich]

Amir Hassan Cheheltan [ Iran ]

Amir Hassan Cheheltan wurde 1956 in Teheran geboren. Bereits während seines Studiums der Elektrotechnik machte er sich mit seinem zweiten Erzählband einen Namen als Schriftsteller. Nach der Islamischen Revolution ging er zum Abschluss seines Studiums nach Großbritannien. Während des Iran-Irak-Kriegs, zu dem er nach seiner Rückkehr einberufen worden war, verfasste er seinen ersten Roman, »Rouse-ye Qāsem« (Ü: Die Klage um Qassem). Das Buch durfte erst zwanzig Jahre später, 2003, erscheinen. Ein Stipendium des internationalen Schriftstellerparlaments ermöglichte ihm 1999 die Flucht vor einer Welle der Gewalt gegen Intellektuelle im Iran, und er lebte zwei Jahre in Italien.

Cheheltan veröffentlichte zahlreiche Romane, die in beständiger Auseinandersetzung mit den Zensurbehörden verschiedene Verbote und Neuerscheinungen erlebten und von denen viele ins Englische, Deutsche, Italienische, Norwegische, Litauische, Arabische oder Hebräische übersetzt wurden. Darin thematisiert er den Alltag im Iran vor dem Hintergrund der wechselhaften Geschichte und des Zusammenspiels von Religion, Staat und Moderne. »Tehran, schahr-e bi-āsemān« (2001; dt. »Teheran, Stadt ohne Himmel«, 2012) erzählt die Geschichte vom Aufstieg des brutalen Handlangers eines Bordellbesitzers zum Kaufmann, der die Islamische Revolution unterstützt und am Schwarzhandel verdient. »Sepidedame irāni« (2005, dt. »Iranische Dämmerung«, 2015) handelt von einem iranischen Kommunisten, der in die Sowjetunion emigriert. Gegen den Willen des Autors wurde dieser Roman für den Staatlichen Buchpreis nominiert. »Achlāgh-e mardom-e chiābān-e enghelāb« (dt. »Teheran. Revolutionsstraße«, 2009) ist Cheheltans erstes in deutscher Übersetzung erschienenes Werk. Protagonist ist ein zwielichtiger Hymenoplastiker. Der Riss zwischen Tradition und Moderne, der den Iran durchzieht, geht auch durch die Klinik, in der mit chirurgischen Mitteln die Spuren vorehelichen Geschlechtsverkehrs beseitigt werden, um einem überkommenen Ehrbegriff Genüge zu leisten. Cheheltans historischer Roman »Der Kalligraph von Isfahan« (2015), der im Jahr 1722 angesiedelt ist und von der endenden Herrschaft der Safawiden sowie der Belagerung von Isfahan durch die Afghanen erzählt, feierte seine Weltpremiere in der deutschen Übersetzung. In seinem jüngsten Roman »Der Zirkel der Literaturliebhaber« (2020) erinnert sich Cheheltan an die Literaturabende im Haus seiner Eltern mit ihren Exkursen in die klassische persische Literatur. Er schildert die Rolle der Literatur, wenn das Leben im Bann eines repressiven Staates und gesellschaftlicher Zwänge steht.

Cheheltan erhielt zahlreiche Stipendien (DAAD, Heinrich-Böll-Stiftung, Villa Aurora, Ledig House u. a.) und war Vorstandsmitglied der Iranischen Schriftstellervereinigung. Er unterrichtet Kreatives Schreiben, veröffentlicht regelmäßig in internationalen Zeitungen und lebt heute mit seiner Frau in Teheran.

 

Unter folgendem Link können Sie sich die Veranstaltung mit Amir Hassan Cheheltan auf dem 20. ilb auf unserem YouTube-Kanal ansehen: https://youtu.be/t56C8Atujq0

 

http://www.cheheltan.net