Gast des ilb 2007.

Bibliographie

Pasakojimai apie namus : eilėraščiai
Vaga
Vilnius, 1989

Tik sapnininkas : trisdešimt keturi eilėraščiai
Vaga
Vilnius, 1999

Lunatikų dainos
Vaga
Vilnius, 2004

Arklio Dominyko Meilė
Nieko rimto
Vilnius, 2004
[Ill: Sigute Ach]

Obuolių Pasakos
Nieko rimto
Vilnius, 2005
[Ill: Marius Jonutis]

Pelytė Zita
Nieko rimto
Vilnius, 2005
[Ill: Sigute Ach]

Berniukas ir žuvėdros
Nieko rimto
Vilnius, 2005
[Ill: Sigute Ach]

Angelų pasakos
Šviesa
Kaunas, 2006

Julijos sapnai
Nieko rimto
Vilnius, 2006
[Ill: Kęstutis Kasparavičius]

Rudnosiuko istorijos
Vaga
Vilnius, 2007

Šisbeitas
Kronta
Vilnius, 2007

Übersetzer: Markus Roduner

Vytautas V. Landsbergis [ Litauen ]

Vytautas V. Landsbergis ist einer der führenden Kinderbuchschriftsteller Litauens, zudem Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur. Er wurde 1962 in Vilnius geboren und studierte Philologie in seiner Geburtsstadt sowie Regie im georgischen Tiflis. Nach seiner Ausbildung, während der er mit dem Avantgarde-Regisseur Jonas Mekas in New York sowie mit Krzysztof Kieślowski in Polen arbeitete, gründete er eine Produktionsfirma und realisierte seitdem über zwanzig Dokumentar- und Spielfilme. Als Autor für Kinder legte er viel beachtete Prosa, Lyrik sowie Theaterstücke vor, die er auf litauischen Bühnen inszenierte.

Landsbergis gehört zur jungen baltischen Autorengeneration, die auf die intellektuellen Fähigkeiten von Kindern vertrauend an die Stelle von strenger Didaktik eine experimentelle Erzählweise setzt. »Durch die ungewöhnliche Kombination von Nonsens-Stilistik und absurden Wortspielen mit klassischer Sprache und folkloristischen Elementen etablierte Landsbergis eine neue Strömung in der litauischen Kinderliteratur«, umriss der Literaturprofessor Kestutis Urba das Werk des Autors. Voller Humor, Emotionalität und Reflexion spricht Landsbergis in seinen lyrischen Texten von zeitlosen Werten wie Freundschaft, Glaube und Glück, wobei eine religiöse Dimension erkennbar wird. Dynamisch machen sich seine fabelhaften Charaktere – ob Menschen, Tiere, Engel oder vermeintlich leblose Alltagsgegenstände – auf, Abenteuer in einem poetischen Universum zu bestehen. Dabei hat der Autor den realen Erfahrungshorizont von Kindern stets im Blick.

In seinem Erzählband »Obuolių Pasakos« (1999; Ü: Apfelgeschichten) präsentiert Landsbergis kurios-bizarre Märchen rund um die befreundeten Äpfel Anton und Peter, die, bei Adam und Eva beginnend, eine Zeitreise durch das Mittelalter bis zum Jüngsten Tag unternehmen, und zeichnet gekonnt unterschiedliche Charaktere wie Vytautas den Großen, den Sperling Aljoscha, den Kartoffel-General Karolina und den Fuchs Xenophobia. Zu Landsbergis’ bekanntesten Werken gehört »Arklio Dominyko Meilė« (2004; Ü: Dominykas, das verliebte Pferd): Dominykas, ein weißes Wildpferd, verliebt sich in eine neckische Kornblume. Als der nahende Winter sie zu erfrieren droht, versteckt es seine geliebte Freundin unter einem schützenden Stein und macht sich auf nach Afrika, um dort nach ihren Verwandten zu suchen. Nach einer tollkühnen Reise, auf der Dominykas einer weißen Bärin, einem Krokodil und einem Flusspferd begegnet, kehrt das Wildpferd zu seiner neu erblühten Kornblume zurück. Die Themen Liebe, Fürsorge und der ewige Kreislauf des Kosmos stehen im Zentrum der Geschichte – personifiziert in den Figuren des Wildpferdes und der Kornblume, aus deren scheinbarer Inkompatibilität eine besondere literarische Spannung erwächst.

Für seine poetischen Kinderbücher erhielt Landsbergis zahlreiche Auszeichnungen. Der Erzählband »Rudnosiuko istorijos« (1994; Ü: Geschichten von Bärchen Braunnase) wurde als bestes litauisches Kinderbuch des Jahres 1995 prämiert, »Arklio Dominyko Meilė«, das ins Schwedische übersetzt wurde, fand Eingang in den White-Ravens-Katalog (2005) der Internationalen Jugendbibliothek München und auf die IBBY Honour List (2006). Landsbergis ist verheiratet, hat fünf Kinder und lebt in Vilnius. 
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