Maxim Biller Portrait
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2007, 2019.

Bibliographie

Wenn ich einmal reich und tot bin

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 1990

Die Tempojahre

dtv

München, 1991

Land der Väter und Verräter

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 1994

Harlem Holocaust

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 1998

Die Tochter

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2000

Deutschbuch

dtv

München, 2001

Kühltransport

dtv

München, 2001

Esra

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2003

Der perfekte Roman

dtv

München, 2003

Bernsteintage

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2004

Adas größter Wunsch

Berlin Verlag

Berlin, 2005

Moralische Geschichten

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2005

Menschen in falschen Zusammenhängen

Libelle

Lengwil, 2006

Liebe heute

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2007

Der gebrauchte Jude

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2009

Im Kopf von Bruno Schulz

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2013

Biografie

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2016

Hundert Zeilen Hass

Hoffmann & Campe

Hamburg, 2017

Sechs Koffer

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2018

Literatur und Politik

Heidelberger Poetikvorlesungen

Universitätsverlag Winter

Heidelberg, 2018

Maxim Biller [ Deutschland ]

Maxim Biller wurde 1960 in Prag geboren. Nach dem gewaltsamen Ende des »Prager Frühlings« zog die Familie 1970 nach Deutschland. Biller studierte in Hamburg und München Literaturwissenschaft. Nach Abschluss der Deutschen Journalistenschule in München schrieb er erste Beiträge für »DIE ZEIT«, den »Spiegel« und die Kolumne »100 Zeilen Hass« für das Magazin »Tempo«. In der Sammlung »Die Tempojahre« (1991) sind seine bissigen Kommentare, u. a. zu Pop- und Akademikerliteratur und der Bequemlichkeit des Post-68er-Common-Sense nachzulesen. Mit »Land der Väter und Verräter« (1994) und »Deutschbuch« (2001) folgten weitere provokante Betrachtungen. Darin polemisiert Biller beispielsweise gegen die Ritualisierung des heutigen Holocaust-Gedenkens.

Über »Wenn ich einmal reich und tot bin« (1990), Billers ersten Band mit Erzählungen, schrieb Peter von Becker in der »Süddeutschen Zeitung«: »Ich habe seit den Nachkriegsromanen von Wolfgang Koeppen, seit Bölls früher Prosa, seit einigen Essays von Hannah Arendt, Adorno, Mitscherlich und Hans Magnus Enzensberger kaum etwas gelesen, das dem Blendzahn der Zeit so wahr und diesmal so witzig an den Nerv gegangen wäre …« Der Roman »Die Tochter« (2000), die mit vielen Rückblenden versehene Erzählung eines in München verbrachten Tages, zeigt Biller als Romancier auf den Spuren von Joyce, Döblin und Koeppen. Anhand der Leitmotivik eines Inzests wird der Bewusstseinsstrom eines Vaters, wiedergegeben, der seine Tochter nach zehn Jahren in einem Sexfilm wiederzuerkennen glaubt. Im Skandal strandete der Roman »Esra« (2003), dessen Verkauf kurz nach Erscheinen vom Bundesverfassungsgericht wegen angeblicher Verletzung des Persönlichkeitsrechts untersagt wurde. Mit »Bernsteintage« (2004) und »Liebe heute« (2007) wechselte Biller wieder zur literarischen Kurzform und führte darin seinen mit Realität und Fiktion spielenden, biografisierenden Stil fort. Zuletzt erschienen »Der gebrauchte Jude« (2009), die Novelle »Im Kopf von Bruno Schulz« (2013), »Biografie« (2016) und der für den Deutschen Buchpreis nominierte Familienroman »Sechs Koffer« (2018): »Kaum je hat man in den vergangenen dreißig Jahren ein Werk deutscher Sprache gelesen, das so licht und verspielt und dabei so streng, ergreifend und konzis davon erzählte, was Familie-Sein heißt« (»Spiegel Online«).

Biller veröffentlichte außerdem Kinderbücher und Dramen und präsentierte sich mit den »Maxim Biller Tapes« (2004), einer CD mit Songs und Gedichten, als Liedermacher. Er schrieb 18 Jahre lang für die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« die Kolumne »Moralische Geschichten«, heute schreibt in der »ZEIT« die Kolumne »Über der Linden«. Seine Werke wurden in 16 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. 2015/2016 war er Teilnehmer des »Literarischen Quartetts« im ZDF, 2018 hatte er die Heidelberger Poetikdozentur inne. Biller lebt in Berlin.

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