ldw.grossman.portrait.jpg
© Peter-Andreas Hassiepen 

Gast des ilb 2007, 2020.

Bibliographie

Ein spätes Duell

Carlsen

Hamburg, 1990

[Ü: Mirjam Pressler]


Der gelbe Wind

Droemer Knaur

München, 1990

[Ü: Jürgen Benz]


Joram wünscht sich was

Carlsen

Hamburg, 1990

[Ü: Mirjam Pressler]


Momik, das bin auch ich

Hanser

München, 1990

[Ü: Mirjam Pressler]


The Book of Intimate Grammar

Farrar, Straus, Giroux

New York, 1994

[Ü: Betsy Rosenberg]


Der Kindheitserfinder

dtv

München, 1996

[Ü: Judith Brüll]


Sei du mir das Messer

Hanser

München, 1999

[Ü: Vera Loos u. Naomi Nir-Bleimling]


Eine offene Rechnung

Hanser

München, 2000

[Ü: Mirjam Pressler]


Death as Way of Life

Farrar, Straus and Giroux

New York, 2003

[Ü: Haim Watzman]


Diesen Krieg kann keiner gewinnen

Hanser

München, Wien, 2003

[Ü: Ruth Achlama u. a.]


Stichwort: Liebe

S. Fischer

Frankfurt a. M., 2004

[Ü: Judith Brüll]


Das Gedächtnis der Haut

Hanser

München, 2004

[Ü: Vera Loos u. Naomi Nir-Bleimling]


Das Lächeln des Lammes

S. Fischer

Frankfurt a. M., 2005

[Ü: Judith Brüll]


Zickzackkind

dtv

München, 2005

[Ü: Vera Loos u. Naomi Nir-Bleimling]


Wohin du mich führst

dtv

München, 2005

[Ü: Vera Loos u. Naomi Nir-Bleimling]


Löwenhonig

Berlin Verlag

Berlin, 2006

[Ü: Vera Loos u. Naomi Nir-Bleimling]


Die Kraft zur Korrektur

Über Politik und Literatur

Hanser

München, 2008

[Ü: Vera Loos u. Naomi Nir-Bleimling]


Eine Frau flieht vor einer Nachricht

Hanser

München, 2009

[Ü: Anne Birkenhauer]


Die Umarmung

[Ill. Michal Rovner]

Hanser

München, 2012

[Ü: Michael Krüger]


Aus der Zeit fallen

Hanser

München, 2013

[Ü: Anne Birkenhauer]


Kommt ein Pferd in die Bar

Hanser

München, 2016

[Ü: Anne Birkenhauer]


Was Nina wusste

Hanser

München, 2020

[Ü: Anne Birkenhauer]

David Grossman [ Israel ]

David Grossman wurde 1954 in Jerusalem geboren. Im Alter von zehn Jahren begann er, bei Radio Israel zu arbeiten. Nach seinem Militärdienst studierte er Philosophie und Theaterwissenschaft an der Hebräischen Universität. Schon seine ersten Erzählungen behandeln zwei Themen, die sein gesamtes Werk prägen sollten: das Erwachsenwerden und der von Krieg und Gewalt geprägte Alltag in Israel. Seitdem verfasste Grossman zahlreiche Romane, Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke – auch für Kinder – sowie Sachbücher und wurde zu einem der bedeutendsten israelischen Autoren seiner Generation.

Grossmans zwei Jahre nach Erscheinen verfilmter Debütroman »Hiuch Ha-Gedi« (1983; dt. »Das Lächeln des Lammes«, 1988) thematisiert die Besetzung der Westbank, seine Reportagensammlung »Ha-Zeman Ha-Tzahov« (1987; dt. »Der gelbe Wind«, 1988) dokumentiert individuelle Vorfälle im israelisch-palästinensischen Konflikt. Wenige Wochen nachdem sein Sohn Uri als Soldat im Libanonkrieg 2006 gestorben war, formulierte Grossman in Anwesenheit von Premierminister Olmert einen flammenden Appell für eine Abkehr von der Politik der Gewalt und des Misstrauens. Die Literatur, so der Autor in einer Rede auf der Jerusalemer Buchmesse, leiste einen entscheidenden Beitrag zur Überwindung des Konflikts: »In einer so gewalttätigen Wirklichkeit zu schreiben ist ein fortwährender Versuch, die Individualität zu erlösen und die Einzigartigkeit des Individuums in einer Situation einzufordern, die jede Einzigartigkeit und Nuance verwischt.« Seine Kunst, Einzelschicksale anrührend zu schildern, zeigt Grossman häufig in Romanen, die die Grenze zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur aufheben. »Ajien Erech: Ahavah« (1986; dt. »Stichwort: Liebe«, 1991) kreist um die Versuche eines Kindes, den Holocaust zu begreifen. »Jesh Jeladim Zigzag« (1994; dt. »Zickzackkind«, 1996) erzählt von einem Jugendlichen auf der Suche nach dem Familiengeheimnis. Sein Roman »Sus eḥad nikhnas le-bar« (2014; dt. »Kommt ein Pferd in die Bar«, 2016) über einen zynischen Komiker, der an seinem 57. Geburtstag ein letztes Mal auftritt, erhielt in der englischen Übersetzung als erstes israelisches Werk den Man Booker Prize. In seinem jüngsten, auf einer wahren Geschichte beruhenden Buch »Iti ha-chaijm messachek harbej« (2019; dt. »Was Nina wusste«, 2020) erzählt er von einer jungen Frau, die am 90. Geburtstag ihrer Großmutter beschließt, mit ihr und ihrer Mutter nach Kroatien auf die ehemalige Gefängnisinsel Goli Otok zu reisen und einen Film über ihre Lebensgeschichte zu drehen.

Für sein Werk wurde Grossman mit zahlreichen literarischen Preisen ausgezeichnet, darunter der Nelly-Sachs-Preis, der Geschwister-Scholl-Preis und der Prix Médicis étranger. Für sein politisches Engagement erhielt er u. a. den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 1998 wurde er zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt. Er lebt in einem Vorort von Jerusalem.