David Grossman Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2007.

Bibliographie

Ein spätes Duell
Carlsen 
Hamburg, 1990 
[Ü: Mirjam Pressler]

Der gelbe Wind
Droemer Knaur
München, 1990
[Ü: Jürgen Benz]

Joram wünscht sich was
Carlsen 
Hamburg, 1990 
[Ü: Mirjam Pressler]

Momik, das bin auch ich
Hanser 
München, 1990
[Ü: Mirjam Pressler]

The book of intimate grammar
Farrar, Straus, Giroux
New York, 1994
[Ü: Betsy Rosenberg]

Der Kindheitserfinder
dtv
München, 1996
[Ü: Judith Brüll]

Sei du mir das Messer 
Hanser 
München, 1999
[Ü: Vera Loos und Naomi Nir-Bleimling]

Eine offene Rechnung
Hanser 
München, 2000
[Ü: Mirjam Pressler]

Death as way of life
Farrar, Straus and Giroux
New York, 2003
[Ü: Haim Watzman]

Diesen Krieg kann keiner gewinnen
Hanser
München, Wien, 2003
[Ü: Ruth Achlama et al.]

Stichwort: Liebe
Fischer
Frankfurt/Main, 2004
[Ü: Judith Brüll]

Das Gedächtnis der Haut
Hanser
München, Wien, 2004
[Ü: Vera Loos, Naomi Nir-Bleimling]

Das Lächeln des Lammes
Fischer
Frankfurt/Main, 2005
[Ü: Judith Brüll]

Zickzackkind
dtv
München, 2005
[Ü: Vera Loos, Naomi Nir-Bleimling]

Wohin du mich führst
dtv
München, 2005
[Ü: Vera Loos, Naomi Nir-Bleimling]

Löwenhonig
Berlin Verlag
Berlin, 2006
[Ü: Vera Loos, Naomi Nir-Bleimling]

Übersetzer: Jürgen Benz, Judith Brüll, Vera Loos, Naomi Nir-Bleimling, Mirjam Pressler, Betsy Rosenberg, Haim Watzman

David Grossman [ Israel ]

David Grossman wurde 1954 in Jerusalem geboren. Im Alter von zehn Jahren begann er, für Jugendsendungen bei Radio Israel zu arbeiten und war dort bis 1989 als Nachrichtenredakteur, Hörspielautor und S pr echer tätig. Nach seinem Militärdienst studierte Grossman Philosophie und Theaterwissenschaft an der Hebräischen Universität. Schon seine ersten Erzählungen behandeln zwei Themen, die sein gesamtes Werk pr ägen sollten: das Erwachsenwerden und der von Krieg und Gewalt ge pr ägte Alltag in Israel. Seitdem verfasste Grossman zahlreiche Romane, Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke – darunter einige für Kinder –, Sachbücher und Artikel. Er gehört zu den bedeutendsten israelischen Autoren seiner Generation und ist ein unermüdlicher Advokat für den israelisch-palästinensischen Ausgleich. Grossmans zwei Jahre nach Erscheinen verfilmter Debütroman »Hiuch Ha-Gedi« (1983; dt. »Das Lächeln des Lammes«, 1988) thematisiert die Besetzung der West-Bank, seine Reportagesammlung »Ha-Zeman Ha-Tzahov« (1987; dt. »Der gelbe Wind«, 1988) dokumentiert Einzelfälle des israelisch-palästinensischen Konflikts. Seit dem Osloer Friedensabkommen 1993 publizierte Grossman zahlreiche Artikel in amerikanischen und europäischen Zeitungen, von denen eine Auswahl unter dem Titel »Mavet Kederech Chaim« (2003; dt. »Diesen Krieg kann keiner gewinnen«, 2003) erschien. Im selben Jahr veröffentlichte die von ihm mitgegründete Aktionsgemeinschaft »Genfer Initiative« ihr Modell für einen dauerhaften Frieden. Wenige Wochen nachdem sein Sohn Uri als Soldat im Libanonkrieg 2006 starb, hielt Grossman in Anwesenheit von Premierminister Olmert einen flammenden Appell für eine Abkehr der bisherigen Politik der Gewalt und des Misstrauens.
Die Literatur, so der Autor in einer Rede auf der Jerusalemer Buchmesse, leiste einen entscheidenden Beitrag zur Überwindung des Konflikts: »In einer so gewalttätigen Wirklichkeit zu schreiben ist ein fortwährender Versuch, die Individualität zu erlösen und die Einzigartigkeit des Individuums in einer Situation einzufordern, die jede Einzigartigkeit und Nuance verwischt.« Seine Kunst, Einzelschicksale anrührend zu schildern und verschiedene Wirklichkeitsebenen zu vermengen, zeigt Grossman häufig in Romanen, welche die Grenze zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur aufheben. »Ajien Erech: Ahavah« (1986; dt. »Stichwort: Liebe«, 1991) kreist mit den Stimmen von vier Erzählern um die Versuche eines Kindes, den Holocaust zu begreifen, von dem es ge pr ägt ist, ohne ihn selbst erlebt zu haben. »Jesh Jeladim Zigzag« (1994; dt. »Zickzackkind«, 1996) erzählt von einem Jugendlichen auf der Suche nach dem Geheimnis seiner Familie, durch die er schließlich auch zu sich selbst findet. Zuletzt veröffentlichte er unter dem Titel »Dvash Araiot« (2005; dt. »Löwenhonig«, 2006) einen Kommentar des Mythos von Samson, in dem nicht die legendäre Stärke der Heldenfigur, sondern ihre Schwäche hervorgehoben ist.
Für sein Werk wurde Grossman mit zahlreichen literarischen Preisen ausgezeichnet, darunter der Valumbrosa-Preis, der Premio Grinzane, der Nelly-Sachs-Preis, der Premio Mondelo, der Vittorio-de-Sica-Preis, der Marsh Award for Children's Literature in Translation, der Juliet-Club-Preis, der Buxtehuder Bulle, der Manés-Sperber-Preis und der Sapir-Preis. Daneben erhielt er für sein politisches Engagement den Har-Zion-Preis. 1998 wurde er zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt. Er lebt in einem Vorort von Jerusalem.

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