Nathaniel Mackey Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Eroding Witness
University of Illinois Press
Champaign, 1985
 
School of Udhra
City Lights Books
San Francisco, 1993
 
Song of the Andoumboulou, 18 – 20
Moving Parts Press
Santa Cruz, 1994
 
Bedouin Hornbook
Sun and Moon Press
Los Angeles, 1997
 
Whatsaid Serif
City Lights Books
San Francisco, 1998
 
Atet A. D.
City Lights Books
San Francisco, 2001
 
Four for Glenn
Chax Press
Tuscon, 2002
 
Paracritical Hinge
University of Wisconsin Press
Madison, 2005

Splay Anthem
New Directions Book
New York, 2006

Übersetzer: Rainer G. Schmidt

Nathaniel Mackey [ USA ]

Nathaniel Mackey wurde 1947 in Miami, Florida, geboren und wuchs in Kalifornien auf. Er studierte in Princeton und promovierte in Stanford. Dort war er 1974 Mitherausgeber der ersten Ausgabe des Literaturmagazins »Hambone«. Dessen Name bezeichnet einen synkopischen Rhythmus des Rock’n’Roll und spielt gleichzeitig auf eine in der afro-amerikanischen Gemeinschaft bekannte Hobo-Figur an. Musik, lokale Kultur sowie Interkulturalität sollten auch für Mackeys Werk Inspirationsquellen und wichtigste Motive werden. Als Literaturprofessor nahm er nach acht Jahren seine Herausgebertätigkeit am brachliegenden Magazin wieder auf. Indem er darin so verschiedene Dichter wie Sun Ra und Robert Duncan veröffentlichte, gab er dem Magazin ein eigenes Profil.

Die wiederholte Beschäftigung mit bestimmten Themen oder Formen, die er in Variationen weiterführt, ist eine weitere Besonderheit in Mackeys Schaffen. Nach zwei Heften mit Sammlungen eigener Gedichte erschien sein erster Lyrikband »Eroding Witness« (1985; Ü: Unterhöhlter Zeuge). Darin enthalten sind bereits Texte, welche die Anfänge der zwei wichtigsten Werke Mackeys werden sollten. Das erste ist der Gedichtzyklus »Song of the Andoumboulou«, der in dem Gedichtband »Whatsaid Serif« (1998; Ü: Was sagte Serif) bis zu seiner 35. Folge fortgeführt wird. Die Stücke 16 bis 25 veröffentlichte Mackey auch als Performance auf der CD »Strick« (1995). Darauf wird er von Holzblasinstrumenten und Schlagwerk aus dem karibischen, afrikanischen und indonesischen Raum begleitet. Der Titel des Gedichtzyklus bezieht sich auf ein Bestattungslied des westafrikanischen Volkes der Dogon, in dem eine frühere, unvollendete Form des Menschen beschworen wird. Andalusien und die Karibik sind weitere wichtige Schauplätze in Mackeys experimentellen und hermetischen Texten. Wortspiele, Ellipsen, Wiederholungen, unregelmäßige Zeilenabstände sowie rechts und links ausgefranste Textränder bilden die subversiven Strukturen improvisierter, dissonanter Musik. Jazz ist auch das Motiv, um das Mackeys zweites großes Werk kreist und das ebenfalls schon in seinem Lyrikdebüt angelegt war. Es ist die Briefserie »From A Broken Bottle Traces of Perfume Still Emanate« (Ü: Von einer zerbrochenen Flasche gehen immer noch Duftspuren aus). In Briefen an einen mysteriösen »Engel des Staubes« reflektiert ein Komponist und Bandmitglied über Musik und berichtet von seinem Leben. Als dritter, bislang letzter Band dieser Reihe erschien »Atet A.D.« (2001). Von seinen akademischen Schriften erschien zuletzt »Paracritical Hinge: Essays, Talks, Notes, Interviews« (2005; Ü: Parakritisches Scharnier: Essays, Gespräche, Notizen, Interviews).

Mackey lehrt seit 1979 an der University of California in Santa Cruz. 1993 erhielt er den Whiting Writers' Award und 2001 wurde er zum Chancellor der Academy of American Poets gewählt. Für seine zuletzt erschienene Gedichtsammlung »Splay Anthem« (2006) bekam er den National Book Award. Mackey lebt im kalifornischen Santa Cruz.

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