Portrait Alain Mabanckou
©Nico Therin

Gast des ilb 2002, 2013, 2019.

Bibliographie

Stachelschweins Memoiren

Liebeskind

München, 2011

[Ü: Holger Fock u. Sabine Müller]

Morgen werde ich zwanzig

Liebeskind

München, 2015

[Ü: Holger Fock u. Sabine Müller]

Die Lichter von Pointe-Noire

Liebeskind

München, 2017

[Ü: Holger Fock u. Sabine Müller]

Petit Piment

Seuil

Paris, 2015

Les cigognes sont immortelles

Seuil

Paris, 2018

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Alain Mabanckou [ Kongo, Frankreich ]

Alain Mabanckou wurde 1966 in Ponte Noire im Kongo geboren. Er studierte Jura in Brazzaville und Paris. Heute arbeitet er als Professor für frankophone Literatur an der University of California, Los Angeles. Er zählt zu den erfolgreichsten Stimmen der jüngeren afrikanischen Literatur in französischer Sprache.

Seinen Durchbruch erzielte Mabanckou mit dem Roman »Bleu-Blanc-Rouge« (1998; Ü: Blau-Weiß-Rot), für den er den Grand Prix Littéraire de l’Afrique Noire erhielt. Darin erzählt er die Geschichte zweier afrikanischer Männer, deren Hoffnungen an der Realität ihres Sehnsuchtslands Frankreich zerbrechen. Der Roman ist eine bissige Satire auf jene Afrikaner, die alles daransetzen, sich in Frankreich niederzulassen, und darüber ihre Herkunft vergessen. Es ist die nicht immer konfliktfreie Begegnung zwischen Frankreich und Afrika, die auch das weitere Werk Mabanckous prägt. Während sein erster Gedichtband »Au jour, le jour« (1993; Ü: Heute, der Tag) nach eigenen Aussagen noch zu sehr der klassischen französischen Metrik verhaftet geblieben war, fand Mabanckou spätestens in der lyrischen Erzählung vom Tod seiner Mutter, »La Légende de l’errance« (1995; Ü: Die Legende des Wanderns), zu einem eigenen Ton. In »Les arbres aussi versent des larmes« (1997; Ü: Bäume vergießen auch Tränen) setzte er sich mit dem Verlust traditioneller Werte auseinander. 2004 erschienen seine gesammelten Gedichte in einem Band »Tant que les arbres s’enracineront dans la terre« (Ü: Solang die Bäume in der Erde Wurzeln schlagen). In seinem Roman »Verre cassé« (2005, dt. »Zerbrochenes Glas«, 2013) wird der Tresen einer heruntergekommenen Bar in Brazzaville zur Bühne: für die tragikomischen Lebensgeschichten einer Handvoll Männer. Für »Mémoires de porc-épic« (2006; dt. »Stachelschweins Memoiren«, 2011), eine auf dem afrikanischen Volksglauben gründende Fabel über die merkwürdige Spezies Mensch, wurde er 2006 u. a. mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet. 2010 erschien »Demain j’aurai vingt ans« (dt. »Morgen werde ich zwanzig«, 2015), dessen autobiografisch gefärbte Handlung im Pointe-Noire der siebziger Jahre spielt. 2013 folgte »Lumières de Pointe-Noire« (2013; dt. »Die Lichter von Pointe-Noire«, 2017), das von Mabanckous Reise in den Kongo erzählt. Nach 23 Jahren ist er erstmals wieder in seiner Heimatstadt, nimmt jedoch vor allem eine Entfremdung wahr und sucht nach den Erinnerungen an seine verstorbene Mutter. »Petit Piment« (2015), nominiert für den Prix Goncourt, handelt von einem kongolesischen Jungen und seinem Kampf, als Waise und Straßenkind zu überleben. In seinem jüngsten Roman »Les cigognes sont immortelles« (2018; Ü: Störche sind unsterblich) behandelt er die Folgen des Kolonialismus im Kongo.

Mabanckou, der 2012 von der Académie française für sein Gesamtwerk mit dem Grand Prix de Littérature ausgezeichnet und 2016 an das Collège de France berufen wurde, lebt heute in Santa Monica.

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