Kathleen Vereecken
© Koen Broos

Gast des ilb 2021.

Bibliographie

Alle kleuren grijs
Standaard
Antwerpen, 1997


Lara & Rebecca
Am anderen Ufer des Mississippi
Dressler
Hamburg, 2008
[Ü: Andrea Kluitmann]


Eine größere Welt
Bloomsbury
Berlin, 2012
[Ü: Maike Blatnik]


Zijdeman
Lannoo
Tielt, 2013


Ich bin Jan und stinknormal
[III. Eva Mouton]
Gerstenberg
Hildesheim, 2016
[Ü: Maike Blatnik]


Alles wird gut, immer
[III. Julie Völk]
Gerstenberg
Hildesheim, 2021
[Ü: Maike Blatnik]

Kathleen Vereecken [ Belgien ]

Die belgische Schriftstellerin Kathleen Vereecken wurde 1962 in Gent geboren. Nach einer Lehrerausbildung arbeitete sie u. a. als freiberufliche Journalistin für verschiedenen Frauenmagazine und den »Standaard«.
Ihr Debüt gab Kathleen Vereecken 1993 mit »Het raadsel in het fluisterbos« (Ü: Das Rätsel im Flüsterwald), eine Geschichte, die sie für einen Wettbewerb geschrieben hatte. Ihren Durchbruch schaffte sie mit ihrem vierten Buch, dem Jugendroman »Alle kleuren grijs« (1997; Ü: Alle Farben Grau). Darin verwebt sie Fakten und Fiktion. Das Buch basiert auf dem Leben ihrer Urgroßmutter und beschreibt die harten Lebensbedingungen einer Arbeiterfamilie im 19. Jahrhundert. Es folgten vor allem historische Romane für Jugendliche. So schrieb sie über eine Liliputanerin, die von ihren Eltern an einen Zirkus verkauft wird (»Kleine Cecilia«, 1999), über die Freundschaft zwischen der weißen Tochter eines Plantagenbesitzers und einem Sklavenmädchen im Louisiana des 19. Jahrhunderts während des Bürgerkriegs (»Lara & Rebecca« 2006; dt. 2008) und über das imaginäre Leben eines Findelkinds im Frankreich des 18. Jahrhunderts, das erfährt, dass Jean-Jacques Rousseau sein Vater ist (»Ik denk dat het liefde was«, 2009; dt. »Eine größere Welt«, 2012). Dabei versteht es Vereecken, die Lebenswelt der jeweiligen historischen Epochen besonders packend zu schildern und ihre Figuren psychologisch genau zu entwickeln. Die Kindergeschichte »Ik heet Jan en ik ben niets bijzonders« (2014; dt. »Ich bin Jan und stinknormal«, 2016) erzählt von einem Jungen, der etwas Besonderes sein und ins Guinnessbuch der Rekorde kommen will. »Alles komt goed, altijd« (2018; dt. »Alles wird gut, immer«, 2021) handelt von einem Mädchen namens Alice, das mit ihrer Familie den Ersten Weltkrieg in Belgien erlebt. Erzählt wird aus der Perspektive der Zwölfjährigen, die beobachtet, wie Krieg, Hunger und Heimatlosigkeit sich in den zuvor unbeschwerten Alltag fressen. Die Mutter wird bei einem Angriff getötet, die Schwester stirbt an Typhus, und auch Vater und Bruder erkranken oder werden verwundet. Zuflucht findet Alice mit zwei jüngeren Geschwistern in einem französischen Kloster. »Die große Kunst der Autorin besteht darin, wie sie es schafft, dieses Drama so unaufgeregt aufzuschreiben, dass auch junge Leserinnen und Leser ab zehn Jahren diese Geschichte mit Gewinn lesen können«, so der Deutschlandfunk.
Kathleen Vereecken hat auch Sachbücher für Kinder verfasst, beispielsweise über die globale Erwärmung oder Barack Obama. Ihre insgesamt zwanzig Bücher wurden ins Deutsche, Chinesische, Koreanische, Französische, Italienische und Lettische übersetzt und u. a. mit dem Boekenleeuw und dem Woutertje Pieterse Prijs ausgezeichnet und für den Thea Beckmanprijs 2021 nominiert. Sie lebt in Gent.

http://www.kathleenvereecken.be