Alain Damasio
© François Grivelet

Gast des ilb 2021.

Bibliographie

La Zone du Dehors

Cylibris

Paris, 1999

 

La Horde du Contrevent

La Volte

Clamart, 2004

 

Die Flüchtigen

Matthes & Seitz Berlin

Berlin, 2021

[Ü: Milena Adam]

 

Alain Damasio [ Frankreich ]

Alain Damasio wurde 1969 in Lyon geboren. Sein Studium an einer Wirtschaftshochschule brach er ab, um zu schreiben. In seinem Werk, das maßgeblich vom französischen Philosophen Gilles Deleuze beeinflusst ist, widmet er sich vor allem der Organisation der Welt und des menschlichen Zusammenlebens. Er entwirft oftmals dystopisch wirkende Zukunftsszenarien, die ihre politische Dimension entfalten, indem sie Phänomene unserer Zeit aufgreifen und weiterdenken. Das Spiel mit der französischen Sprache – beispielhaft hierfür ist Alain Damasios Vorliebe für Wortneuschöpfungen – ist ein weiteres typisches Element seines Werks.

1999 legte er mit »La Zone du Dehors« (Ü: Die äußere Zone) sein Romandebüt vor, das im Jahr 2084 auf einem imaginären Satelliten des Saturn spielt. Dort versammeln sich die Bürger*innen alle zwei Jahre, um einander nach ihrem Verhalten, ihrer Arbeitseffizienz und weiteren Kriterien zu bewerten. Das Ergebnis bestimmt den Platz des Individuums in der Gesellschaft, bis eine Gegenbewegung mit subversiven Aktionen das System unterwandert. Sein zweiter Roman »La Horde du Contrevent« (2006; Ü: Die Konterwindhorde) wurde mit dem Grand Prix de l’Imaginaire ausgezeichnet, einem renommierten französischen Preis für fantastische Literatur, und wurde in Frankreich zum Bestseller. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe von 22 Menschen, die gemeinsam »stromaufwärts« gegen einen sich nie legenden, aber stetig wandelnden Wind anlaufen, weil sie an seinem Ursprungsort das Ende der Welt vermuten. Zusätzlich zum Roman erschien ein von Arno Alyvan komponierter Soundtrack. 2019 veröffentlichte Alain Damasio mit »Les Furtifs« (dt. »Die Flüchtigen«, 2021) seinen neuesten Roman, der in Frankreich erneut zum Bestseller und mit dem Grand Prix de l’Imaginaire ausgezeichnet wurde. Damasio entwirft darin ein Zukunftsszenario, in dem Städte von Großkonzernen aufgekauft und in unterschiedliche Verwaltungszonen unterteilt wurden – welche Privilegien die Bürger*innen dort genießen, richtet sich danach, wie viel sie bezahlen. Jede Handlung wird erfasst und zieht Kosten bzw. zielgerichtete Werbung nach sich. In Orange, einer Stadt im Besitz des gleichnamigen Telekommunikationsunternehmens, sucht Lorca Varèse nach seiner Tochter Tishka, die im Alter von vier Jahren auf unerklärliche Weise verschwunden ist. Während Lorcas Frau Sahar von einer Entführung ausgeht, glaubt Lorca seine Tochter bei den titelgebenden »Flüchtigen«. Diese rätselhaften, wandelbaren Wesen entziehen sich dem menschlichen Auge sowie sämtlichen Überwachungsgeräten und leben versteckt unter den Menschen. Lorca schließt sich einer militärischen Einheit an, die sich auf die Jagd nach den Flüchtigen spezialisiert hat … Auch zu diesem Roman erschien ein Soundtrack, entwickelt von Alain Damasio in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Yan Péchin.

Der Autor lebt in Marseille.