In der Sparte »Specials« wird beim diesjährigen internationalen literaturfestival berlin ein hierzulande etwas vernachlässigtes literarisches Genre, die Graphic Novel, vorgestellt. Graphic Novels besitzen in ihren Formen und Inhalten eine größere Affinität zum Roman als zum traditionellen Comic. Während Comics meist als »Strip« in Zeitungen, in Heft- oder Albumform erscheinen, handelt es sich bei Graphic Novels in der Regel um Bücher mit Festeinband. Zudem besitzen Graphic Novels oft mit ihrer Thematik und ihrer narrativen Komplexität einen literarischen Anspruch. Es werden sehr unterschiedliche, herausragende Beispiele dieser Kunstform präsentiert – mit Graphic Novel-Künstlern aus ganz Europa.
Tomas Leśniak (Polen) schuf mit dem Textautor Rafał Skarżycki (Polen) den bekanntesten Comichelden Polens: Jeż Jerzy (»Georg, der Igel«). Ihre satirischen Graphic Novels basieren auf der polnischen Realität und der Pop-Kultur.
Kalle Hakkola (Finnland) ist Leiter des 2008 gegründeten Helsinki Comics Centers. Anlässlich der Hundertjahrfeier finnischer Comics gibt er am Graphic Novel-Tag Einblicke in die finnische Graphic Novel-Szene.
Alexandru Ciubotariu (Rumänien) ist Grafiker und hat mehrere Briefmarkenserien für Romfilatelia gezeichnet. Er beschäftigt sich mit der Geschichte der rumänischen Bande dessinée.
Alecos Papadatos (Griechenland) arbeitet seit 1986 als Comiczeichner und Trickfilmregisseur in Athen. Er illustrierte die Graphic Novel »Logicomix«, deren Held der bekannte Mathematiker, Logiker und Philosoph Bertrand Russell ist, der seit seiner Kindheit von der Schaffung eines logischen Fundaments für die gesamte Mathematik träumt. Das Buch führt die Grundlagen des Denkens vor und beschreibt die Suche nach der Wahrheit.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
In Kooperation mit EUNIC.