Logo oben
34 px home | sitemap | suche | english |
37 px
Mindesthöhe

Writing Space 

Dietlind Antretter (Österreich)                                           « | | »

Am liebtsten ein leeres Zimmer. Ein Tisch, den ich vors Fenster rücke.
Da ich an den wechselnden Orten schreibe, schiebe ich immer irgendwo einen Tisch ans Fenster. Auf dem Tisch ein Tasse Karffee oder Tee, ein paar Bücher (dann gibt es keine Wände mehr), 2 Fotos, ein CD-Walkman plus Kopfhörer, Musik. Tatsächlich ist der Raum, wo ich schreibe, in meinem Kopfhörer. Ihn aufzusetzen bedeutet, mit einer simplen Bewegung die eine Welt ausschalten und sich in der Stille einer anderen wiederfinden. Erst wenn sich nichts regt, keine Menschen auftauchen und ich keine Stimmen höre, die Musik: laut, unbändig, fast wie ein Schock. Jaqueline du Prês’ tanzender Bogen in meinen Schläfen, dunkel rauchig Bob Dylan, Schubert, Catpower, Arvo Pärt, alles durcheinander und doch auf einmal auch präzise etwas in mir/einem entsprechend, das eine Stimmung sein könnte oder Gefühle, deren Schalen aufbrechen und Gedankenkeime freisetzen, Erinnerungssplitter, Sekundenfilme in Zeitraffer oder Zeitlupe, Lichtstaub, die Welt in Elemente zerlegt, die sich neu kombinieren.
Vielleicht ist mein Raum in der Wohnung meines Kopfhörers die Musik.
Manchmal schreibe ich aber auch in einem Zimmer, das nirgendwo zu finden ist, allenfalls wiedererkennbar in einer der Geschichten. Das ist dann so als würde man sagen: manchmal kann ich fliegen.



Das internationale literaturfestival berlin ist eine Veranstaltung der Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik e.V. und der Berliner Festspiele unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO- Kommission. Es wird ermöglicht aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
Hauptstadtkulturfonds | Berliner Festspiele | UNESCO | KulturSPIEGEL | skoda | Hôtel Concorde Berlin | Foradori | Arte