Sublime Sterility
I have been such a
prolific author that most people assume I write effortlessly. Nothing
could be further from the truth. I am the most neurotic and inefficient
author imaginable. When I sit down to write, I become remarkably
creative—I create excuses not to start. I could waste a great deal of
your time telling how lavishly I waste my own time, but that would be a
dreary enterprise. Instead, I will confess my solution to the problem.
The only way I have
consistently been able to overcome my perennial writer’s block is by
finding or creating a physical space where I do nothing except write—a
hiding place where the rest of my life can’t find me. When I was
younger, I sought out public places, usually in the town library or
student cafeteria where I could work without personal distractions,
except the noise of strangers. I preferred big, bright, ordinary rooms.
Ugly was okay. Sterile was sublime.
I worked best when I
could sit alone at the same table in the same chair day after day—or
night after night—with only a notebook and pen. Is this a little
neurotic? Absolutely. I sound like the suicidal old gent in Hemingway’s
“A Clean Well-Lighted Space.” That pathetic creature of habit is mon
semblable, mon frère. I don’t claim my solution is stylish. Only that
it works.
Years later I moved
into a small house where I had a room with only bookshelves, a chair,
and a table on which I allowed myself to do nothing except write poetry
or essays. I didn’t even let myself write letters or pay bills in that
room. Eventually I moved to the wine country of northern California
where I built a large studio that contains five thousand books and
three big desks. No phone. No computer. No coffee pot. No couch. (A nap
is always more appealing than writing.) I move from desk to desk to
work on different projects. I let no one in but the cat and the
occasional collaborator. Of course, my neuroses come in every day with
me, but I make them work for the privilege.
Erhabene Sterilität
Ich bin so ein
fruchbarer Autor, dass die meisten Leute glauben, ich schreibe mühelos.
Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Ich bin der neurotischste
und uneffizienteste Schriftsteller, den man sich vorstellen kann. Wenn
ich mich hinsetze und schreibe, werde ich bemerkenswert erfinderisch –
ich erfinde Vorwände um nicht anzufangen. Ich könnte leicht Ihre Zeit
verschwenden, indem ich erzähle, wie großzügig ich mit meiner eigenen
Zeit umgehe, aber das wäre ein langweiliges Unterfangen. Stattdessen
möchte ich Ihnen die Lösung meines Problems gestehen.
Die einzige Methode,
die es mir auf Dauer erlaubt, meine ewigen Schreibblockaden zu
überwinden, ist die, einen Ort zu finden oder ihn zu schaffen, wo ich
nichts anderes tue, als zu schreiben – ein Versteck, wo mich der Rest
meines Lebens nicht finden kann. Als ich jünger war, suchte ich mir
öffentliche Räume, normalerweise in der Stadtbibliothek oder in der
Studentencafeteria, wo es nur den Lärm von Fremden gab und ich ohne
persönliche Ablenkung arbeiten konnte. Ich zog große, helle, gewöhnlich
Räume vor. Hässlich war in Ordnung. Steril war hervorragend.
Am besten arbeitete
ich, wenn ich Tag für Tag – oder Nacht für Nacht – alleine am selben
Tisch im selben Stuhl sitzen konnte, nur mit einem Schreibblock und
einem Stift. Ist das ein bisschen neurotisch? Bestimmt. Ich klinge wie
der selbstmöderische alte Mann in Hemingways "Ein sauberer gut
erleuchteter Ort". Dieses erbärmliche Gewohnheitstier ist "mon
semblable, mon frère". Ich behaupte nicht, meine Lösung sei modisch.
Nur, dass sie funktioniert.
Jahre später zog ich
in ein kleines Haus wo ich ein Zimmer hatte, in dem es nur Bücherregale
gab und einen Tisch, wo ich mir nichts anderes zu tun gestattete, als
Gedichte oder Essays zu schreiben. Ich erlaubte mir nicht einmal, in
diesem Zimmer Briefe oder Rechnungen zu schreiben. Nach einiger Zeit
zog ich ins Wine Country in Nordkalifornien, wo ich mir ein großes
Atelier baute, worin es fünftausend Bücher und drei große Schreibtische
gab. Kein Telefon. Kein Computer. Keine Kaffeetasse. Keine Couch. (Ein
Nickerchen ist immer verlockender als zu schreiben.) Ich ziehe von
Tisch zu Tisch, um an den verschiedenen Projekten zu arbeiten. Ich
lasse niemanden herein, außer meine Katze und gegebenenfalls einen
Mitarbeiter. Natürlich kommen meine Neurosen mit mir jeden Tag mit,
aber ich lasse sie für diesen Vorzug arbeiten.
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