Laura Restrepo [ Kolumbien ]
Biographie
Laura Restrepo wurde 1950 in Bogotá, Kolumbien, geboren. Sie studierte Literatur, Philosophie und Politikwissenschaften und arbeitete als Dozentin für Literatur. Als politische Journalistin und Aktivistin engagierte sie sich in verschiedenen Menschenrechtsorganisationen und verfasste mehrere Sachbücher über politische Themen ihres Heimatlandes, vor allem über den mehr als vierzig Jahre andauernden kolumbianischen Bürgerkrieg. In ihrem Buch »Story of a Fascination« (Ü: Geschichte einer Faszination) von 1986 kritisiert sie den Umgang der Regierung mit der linksgerichteten Guerilla-Organisation M-19, woraufhin die Autorin im Exil in Spanien und Mexiko lebte, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren konnte.
2011 erschien ihr Debütroman »La Isla de la pasión« (1989, dt. »Die Insel der Verlorenen«) auf Deutsch. Die Autorin schildert darin eine wahre Begebenheit. Eine Gruppe mexikanischer Soldaten und ihre Familien werden Anfang des 20. Jahrhunderts von Diktator Porfirio Díaz zur Besetzung einer Inselgruppe in den Pazifik entsendet und schließlich dort vergessen. Sie sollten die Inseln vor den Eroberungsversuchen der Franzosen verteidigen, haben aber schon bald, völlig auf sich allein gestellt, mit Hunger und Naturkatastrophen zu kämpfen. In der Zwischenzeit bricht der Erste Weltkrieg aus und der Diktator wird gestürzt, wovon die Inselbewohner über Jahre hinweg jedoch nichts erfahren. Nur einige wenige überleben. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht einer Journalistin, die in den achtziger Jahren den Ereignissen nachgeht. Auch Zeitzeugenberichte und historische Dokumente sind in den Roman integriert, wodurch er zu einer Mischung aus Abenteuerroman und Reportage wird. Generell ist Laura Restrepos Stil eine Verknüpfung von Fiktion und Wirklichkeit. Geprägt von ihrer Tätigkeit als Journalistin, nutzt sie geschichtliche Ereignisse als Vorlage. »Die Insel der Verlorenen« ist letztlich als Abbild des Lebens und der Geschehnisse in ihrer Heimat Kolumbien und Lateinamerika im Allgemeinen zu deuten. In dem von Unruhen geprägten Kontinent kämpfen die Menschen vor allem um ihre Würde, die sie trotz extremer Situationen zu bewahren suchen. Die Geschichte der vergessenen Insulaner erscheint absurd, genauso wie es die Geschehnisse in Lateinamerika oft sind, so die Botschaft der Autorin. Die meisten von Restrepos Romanen spielen in Kolumbien und handeln von dem täglichen Kampf in einem von Korruption und Krieg gezeichneten Land. Bekannt wurde die Autorin außerdem durch den Roman »La novia oscura« (1999, »Die dunkle Braut«, 2003), in dem sie die Geschichte einer Prostituierten in einem kleinen Dorf im kolumbianischen Regenwald erzählt. Der Roman ist eine detaillierte Milieustudie des Rotlichtviertels, das auch hier wiederum stellvertretend für Kolumbien und die südamerikanische Welt steht.
Laura Restrepo erhielt für ihre Sachbücher und Romane zahlreiche Preise und lebt heute in Mexiko-Stadt.






