10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Teilnehmer / Autoren / 2012 / Camille de Toledo

Camille de Toledo [ Frankreich ]

Biographie


Gast des ilb 2012, 2013.

Bibliographie

Goodbye Tristesse
Bekenntnisse eines unbequemen Zeitgenossen
Tropen
Stuttgart, 2005
[Ü: Jana Hensel]

L’Inversion de Hieronymus Bosch
Verticales
Paris, 2005

Vies et mort d’un terroriste américain
Verticale
Paris, 2007

Vies pøtentielles
Seuil/La Librairie du XXIe siècle
Paris, 2011

L’Inquiétude d’être au monde
Verdier
Lagrasse, 2012

Camille de Toledo wurde 1976 als Alexis Mital in London geboren. Nach dem Schulabschluss studierte er an der Science Po Paris, der Sorbonne, der London School of Economics und der Tisch School in New York. Mit zwanzig kehrte er nach Paris zurück und gründete die Zeitschrift »Don Quichotte«.

Mit seinem ersten Buch »Confession d’un jeune homme à contretemps« (2002; dt. »Goodbye Tristesse. Bekenntnisse eines unbequemen Zeitgenossen«, 2005) erfand er eine neue literarische Form, zusammengesetzt aus Theorie, Autobiografie und Fiktion. Darin untersuchte er, inwieweit die Geschichte der Avantgarde wie die Geste der Grenzüberschreitung in einen Zustand der Aporie geraten sind. Das Buch kann als eine Abschiedsrede auf die ästhetische und die politische Sprache des 20. Jahrhunderts gelesen werden, die zugleich den Weg für eine neue poetische und politische Erkenntnis frei macht. Unter dem Pseudonym Oscar Philipsen veröffentlichte er 2003 den experimentallen Roman »Rêves« (Ü: Träume). Sein erster Roman unter seinem heutigen Namen erschien zwei Jahre später, »L’Inversion de Hieronymus Bosch« (2005; Ü: Die Umkehr des Hieronymus Bosch). Zusammen mit »Vies et mort d’un terroriste américain« (2007; Ü: Leben und Sterben eines amerikanischen Terroristen) gehört der Roman zu seiner sogenannten »tétralogie artificielle«, die auf schwindelerregende Weise die verschiedenen Ebenen von Fiktion auslotet, in denen wir leben. Zuletzt erschienen sein zwischen Biografie und Fiktion changierender, fragmentarischer Roman »Vies pøtentielles« (2011; Ü: Potenzielle Leben), dem die Exegese nach talmudischen Tradition zugrunde liegt, und der Band »L’Inquiétude d’être au monde« (2012; Ü: Die Besorgnis, auf der Welt zu sein). Er sagt selbst über sein Schreiben: »Mein Werk, sei es Lyrik, Prosa, Fotografie oder Oper, will die Poetik des 21.~Jahrhundert zugleich verkörpern und neu erfinden.«

Toledo ist Initiator der Europäischen Gesellschaft der Autoren, die sich dem Ideal verschrieben hat, »eine literarische und intellektuelle Gemeinschaft zu gründen, die der Übersetzung, der Weitergabe und der Vermittlung der Bücher in den verschiedenen Sprachen des europäischen Kontinents gewidmet ist«. Eines der Programme, genannt »T1-hub«, beschäftigt sich mit einer Web-2.0-Plattform für Übersetzer, Autoren und Verleger der unterschiedlichsten Sprachen. Neben seiner Schriftstellerei ist er auch als Videokünstler und Fotograf aktiv. In Buenos Aires drehte er den Kurzfilm »Tango de Olvido«, der 2002 in Cannes uraufgeführt wurde. Für März 2013 ist die Premiere der von Grégoire Hetzel komponierten Oper »La Chute de Fukuyama« geplant, für die Toledo das Libretto verfasste und ein Video drehte. Er publiziert zudem regelmäßig in einer belgischen Kulturrevue »Pylône«. Toledo lebt derzeit in Berlin und Paris.

© internationales literaturfestival berlin

[http://toledo-archives.net]

abgelegt unter: ,