10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Samuel Shimon [ Großbritannien, Irak ]

Biographie

© Hartwig Klappert
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2009, 2010, 2011.

Bibliographie

A Crack in the Wall
[Mit Margaret Obank]
Saqi Books
London/Beirut, 2000

Beirut 2009
New Writing from the Arab World
[Hrsg. Samuel Shimon]
Bloomsbury
London, 2010

An Iraqi in Paris
New Edition
Bloomsbury, Qatar
Doha, 2011

Samuel Shimon wurde als Mitglied einer sehr armen Familie assyrischer Christen 1956 in Al-Habbaniyah, Irak, geboren. 1979 verließ der passionierte Filmliebhaber sein Land mit dem Ziel, nach Hollywood zu gehen und dort Regisseur zu werden. Nach Stationen in Damaskus, Beirut, Nicosia, Kairo und Tunis, wo er größtenteils mit gefälschtem Pass als Texter und Journalist für die palästinensische Befreiungsbewegung PLO wirkte, kam er 1985 nach Paris. In der französischen Hauptstadt lebte er für fast zehn Jahre als Obdachloser auf der Straße, lernte die Pariser Boheme und den dort ansässigen Kreis arabischer Künstler und Intellektueller kennen. Er schlug sich mit etlichen Gelegenheitsjobs durch, unter anderem als Schreibkraft des ebenfalls in Paris lebenden syrischen Dichters Adonis, bevor er schließlich 1996 nach London übersiedelte.
Über die Jahre zu einem Kenner arabischer Literatur avanciert, gründete Shimon gemeinsam mit seiner Ehefrau Margaret Obank 1998 in der britischen Hauptstadt erfolgreich das unabhängige Magazin »Banipal«, das er nach wie vor mit ihr herausgibt. Es versteht sich mit drei Ausgaben jährlich als Forum für moderne arabische Literatur, in der Gedichte, Kurzgeschichten und Romanauszüge in englischer Übersetzung abgedruckt werden. Auch als Verfasser von Kurzgeschichten und Gedichten sowie als Herausgeber von Anthologien arabischer Lyrik tritt Shimon seither immer wieder hervor. 2003 gründete er das einflussreiche arabische Online-Kulturjournal »Kikah« (www.kikah.com), das sich als unabhängiges Podium zum freien Meinungsaustausch versteht und online neue literarische Werke aus dem arabischen Sprachraum veröffentlicht. Den größten Erfolg als Autor konnte Shimon 2005 mit seinem autobiografischen Romandebüt »An Iraqi in Paris« (Ü: Ein Iraker in Paris) feiern. Das Buch wurde von der Kritik hoch gelobt und mit Henry Millers Werken verglichen − »eine arabische Antwort auf Millers ›Wendekreis des Krebses‹«, formulierte der »Independent«. Zuletzt erschien von Shimon als Herausgeber der Sammelband »Beirut 2009« (2010), in dem er Werke von 39 jungen arabischen Autoren versammelt – Gewinner eines internationalen Projekts im Rahmen des Hay Festivals. Im Januar 2012 wird sein zweiter Roman veröffentlicht, »The Militant Lingerie« (Ü: Die militante Unterwäsche). Dass sein Ursprungsziel, Hollywood-Filmemacher zu werden, in weite Ferne gerückt ist, ficht ihn nicht an: »Wie kann ich mich letztendlich über ein Leben beschweren, das hundert Prozent Hollywood gewesen ist?« Samuel Shimon lebt und arbeitet in London.

[http://www.banipal.co.uk]

Samuel Shimon
© Ali Ghandschi

Samuel Shimon
© Ali Ghandtschi

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