10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Robert Littell [ USA ]

Biographie

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Moskau hin und zurück
Zsolnay
Wien, Hamburg, 1974
[Ü: Henry Jelinek]

Mütterchen Russland
Goldmann
München,1988
[Ü: Edda Petri-Bean]

Sein oder Nichtsein
Goldmann
München, 1987
[Ü: Edda Petry-Bean]

Die Company:
die weltumspannende,
faszinierende Saga
über die CIA
Scherz
Bern, München, Wien, 2002
[Ü: Ulrike Wasel und
Klaus Timmerman]

Das Stalin-Epigramm
Arche
Hamburg, Zürich, 2009
[Ü: Werner Löcher-Lawrence]

Robert Littell wurde 1935 in Brooklyn, New York, geboren. Der Nachfahre jüdisch-litauischer Einwan -
derer studierte an der Alfred University im Westen des Bundesstaates New York. Nach seinem Abschluss
1956 war er vier Jahre lang bei der U.S. Navy, wo er als Funker, U-Boot-Abwehroffizier und
Schiffsnavigator auf einem Zerstörer diente. Später arbeitete er als Redakteur der Zeitschrift »News -
week« speziell für osteuropäische und sowjetische Angelegenheiten. 1970 hängte Littell den Journalistenberuf
an den Nagel, zog nach Frankreich und begann seine Erfahrungen des Kalten Krieges als
Romanautor in literarischer Form aufzuarbeiten.
Bereits mit seinem ersten Roman, »The Defection of A. J. Lewinter« (1973; dt. »Moskau hin und zurück
«, 1974, auch unter dem Titel »Der Springer«, 1986), einem Spionagethriller par excellence, der
die Klischees des Kalten Krieges mit einer gehörigen Portion Ironie auf den Kopf stellt, gelang dem
Autor der Durchbruch. Er erhielt dafür den Golden Dagger Award, den renommiertesten Krimipreis
Großbritanniens. Seither werden seine Werke mit denen anderer Thrillerautoren der Oberklasse wie
John Le Carré oder Len Deighton verglichen. Nach dem Erfolg seines Debüts schrieb Littell abwech -
selnd Spionagethriller über den Kalten Krieg und erkundete andere Genres, zum Beispiel mit »Mother
Russia« (1978; dt. »Mütterchen Russland«, 1988), einer in Moskau spielenden Liebesgeschichte, und
»The Visiting Professor« (1993; dt. »Der Gastprofessor«, 1995, auch unter dem Titel »Zufallscode«,
2007) über einen Chaostheoretiker aus Russland, der dem sowjetischen Chaos entflieht, nur um ein
unbehagliches Exil im amerikanischen Chaos zu finden. Seinen bisher größten internationalen Erfolg
hatte er mit dem tausendseitigen Roman »Die Company« (2002), einer akribisch recherchierten und
de tailreichen Spionagesaga, die der Geschichte des CIA von seiner Gründung in den späten 1940er
Jahren bis zum Niedergang der Sowjetunion nachgeht. In seinem neuesten Buch »Das Stalin-
Epigramm« (2009) erzählt der Schriftsteller die wahre Geschichte des Dichters Ossip Mandelstam, der
es wagte, 1934 den Kreml-Herrscher Josef Stalin in einem 16-Zeilen-Epigramm zu beleidigen, das ihn
u.a. »Mörder und Bauerntöter« nannte. »Es ist eine brillante Arbeit, immer gut zu lesen, manchmal
komisch und oft herzzerreißend. Es gibt viele Bücher über Stalins Terrorregime, aber es kann nicht
viele geben, die seine Wahrheiten eindringlicher und schmerzhafter zum Leben erwecken«, schreibt
dazu die »Washington Post«.
Robert Littell wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt wurden ihm der Los Angeles
Times Book Prize und der Deutsche Krimipreis verliehen. Er lebt im Südwesten von Frankreich im
Département Dordogne.

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