10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Petra Kasch [ Deutschland ]

Biographie

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Wo nehmen wir jetzt
’ne Oma her?
[mit: Martina Mair]

Middelhauve
München, 1999

Verräter verdienen
keine Chance
Ravensburger
Ravensburg, 2007

Bye-Bye, Berlin
Ravensburger
Ravensburg, 2009

Petra Kasch wurde 1964 im brandenburgischen Königs Wusterhausen geboren und schreibt seit ihrer
Kindheit. Sie absolvierte ein Literatur- und Bibliotheksstudium in Berlin und Leipzig. Zu Erzählungen
für Erwachsene in unterschiedlichen Anthologien, Hörspielen, u.a. für die Radiosendung »Ohrenbär«,
sowie Drehbüchern kamen später Kinder- und Jugendbücher hinzu.
Ihr erster Jugendroman »Verräter verdienen keine Chance« (2007) rückt – exemplarisch am Alltag des
Protagonisten Julian veranschaulicht – die emotionale wie auch soziale Unsicherheit Heranwachsender
in einer zunehmend komplexer werdenden Wirklichkeit in den Mittelpunkt. Obwohl sportlich und
naturwissenschaftlich begabt, begegnet Julian der Welt fast nur noch mit Protest und Verweigerung.
Zu tief sitzt der Verrat des Vaters. So lebt er zurückgezogen vor seinen Mitschülern in den Tag hinein.
Einzig sein kleiner Bruder bedeutet ihm etwas, doch dieser weiß nichts von dem Vater, der sich aus
der Verantwortung gestohlen und die Familie sitzen gelassen hat. Die Begegnung mit Lena weckt
Julian aus seinem Alltagstrott, mit ihren Mutproben provoziert sie ihn und bringt schließlich nicht nur
sie beide in Gefahr. Petra Kaschs lebendige Sprache zeichnet hier mit großer Ehrlichkeit die Suche
nach Halt in einer haltlos gewordenen Welt nach.
Die Veröffentlichung ihres aktuellen Jugendromans »Bye-bye, Berlin« (2009) fällt ins Jahr des zwanzig -
jährigen Jubiläums des Mauerfalls. Sie erzählt darin von der 13-jährigen Nadja und deren Leben in
Berlin zu Beginn der 1990er Jahre, wo sich alles im Umbruch befindet und alte Werte sowie Strukturen
über Nacht ihre Bedeutung eingebüßt haben. Ihr Vater, ein vor der Wende für seine kritische Aus -
einandersetzung mit dem DDR-Regime gefeierter, international tätiger Fotograf, gehört zu den Nach -
wendeverlierern: Im Gegensatz zu Nadjas in Hamburg beruflich erfolgreicher Mutter hat er völlig den
Boden unter den Füßen verloren. Um die eigene Verunsicherung und Zukunftsangst zu betäuben, er -
gibt er sich dem Alkohol und überlässt seiner Tochter die Organisation des Familienalltags. Für Träume
Nadjas – wie eine gemeinsame Reise mit ihrem Freund ans Meer, die zum Inbegriff ihrer Sehnsucht
nach sozialer Sicherheit und zugleich individueller Freiheit wird – bleibt dabei wenig Zeit und Raum.
Doch Nadja ist es, die schließlich mit Unterstützung ihrer Freunde auf ungewöhnliche Weise einen
Neuanfang initiiert.
Petra Kaschs Jugendbuch »Verräter verdienen keine Chance« (2007) wurde im Oktober 2007 von
»Focus« und Deutschlandfunk zu den »Besten sieben Kinder- und Jugendbüchern« gewählt. Die Autorin
lebt heute in Berlin.

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