10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Pankaj Mishra [ Indien ]

Biographie

© Pradip Krishen
© Pradip Krishen

Gast des ilb 2009, 2011.

Bibliographie

Butter Chicken in Ludhiana
Penguin Books Australia
Camberwell, 1995

Unterwegs zum Buddha
Blessig
München, 2005
[Ü: Barbara Schaden]

Temptations of the West
Straus and Giroux
Farrar, 2006

Die Romantischen
Suhrkamp
Frankfurt a. M., 2008
[Ü: Barbara Schaden]

Lockruf des Westens?
Berenberg
Berlin, 2011
[Ü: Matthias Wolf]

Pankaj Mishra, 1969 im nordindischen Jhansi geboren, wuchs in Uttar Pradesh auf. Nach einem Handelsstudium an der Universität von Allahabad graduierte er an der Jawaharlal-Nehru-Universität in Delhi im Fach Englische Literatur. Anschließend ließ er sich in Mashobra nieder, einer Kleinstadt an den Ausläufern des Himalaja. Hier widmete er sich der Lektüre und schrieb Artikel und Rezensionen für Zeitungen wie »The Indian Review of Books« und »the pioneer«. Außerdem arbeitete er als Cheflektor für Harper Collins. Eine seiner Leistungen für die literarische Welt bestand in der Vermittlung von Arundhati Roys Roman »Der Gott der kleinen Dinge« an einen Literaturagenten. Bekannt machte ihn sein Debüt »Butter Chicken in Ludhiana« (1995; Ü: Butterhühnchen in Ludhiana), ein Reisebericht über das kleinstädtische Indien. Der autobiografische Essay »Edmund Wilson in Benares«, der 1998 in »The New York Review of Books« erschien, markierte den Beginn einer regen Tätigkeit als politischer Kommentator und Buchrezensent für internationale englischsprachige Zeitungen und Magazine wie »The New York Times« und »The Guardian«.
Die Verwerfungen der Globalisierung und die unauflösbare gegenseitige Beeinflussung von Ost und West stehen im Zentrum von Mishras Werk, das sich vieler Genres bedient. Oft ist es die Beschäftigung mit westlicher Kultur oder Literatur, die Einsichten in den Osten ermöglicht – wie der Bildungsweg des Autors selbst zeigt, den er in seine Werke einfließen lässt. Die Schilderung eigener Erfahrungen gibt ein buntes und komplexes Bild des süd- und zentralasiatischen Raums ab, das einfache Konzepte, Feind- und Zerrbilder – sei es des Westens, des Ostens oder der Moderne – wirkungsvoll unterminiert. Darin zeigt sich ein aufklärerischer, sozialkritischer Impetus. Mishras Romandebüt »The Romantics« (1999; dt. »Die Romantischen«, 2008) erzählt von einem jungen indischen Intellektuellen und dessen Reifeprozess, der von der Bekanntschaft mit einer Gruppe westlicher Selbstfindungstouristen ausgelöst wird. Die Schilderung von Buddhas Leben und Werk in »An End to Suffering« (2004; dt. »Unterwegs zum Buddha«, 2005) beruht zum Teil auf der Lektüre von Schriften westlicher Intellektueller wie Nietzsche und Claude Lévi-Strauss über Buddha. Nach »Temptations of the West« (2006; dt. »Lockruf des Westens?«, 2011), einem Reisebericht über die Folgen des Modernisierungsdrucks in Kaschmir und Nordindien, Pakistan, Afghanistan, Tibet und Nepal, arbeitet Mishra derzeit an einem weiteren Roman.
Der Autor unterrichtete wiederholt als Gastprofessor am englischen Wellesley College sowie als Gastdozent am University College London und in den USA. Er war Stipendiat der New York Public Library, Schreibdozent am Cullmen Center for Scholars and Writers und wurde zum Fellow der renommierten Royal Society of Literature ernannt. Mishra lebt in London und Mashobra.

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