10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Michael Krüger [ Deutschland ]

Biographie

© Doris Poklekowski
© Doris Poklekowski

Gast des ilb 2006, 2009.

Bibliographie

Reginapoly
Heyne
München, 1980

Die Dronte
Fischer
Frankfurt/Main, 1988

Warum Peking?
dtv
München, 1989

Das Ende des Romans
Residenz
Salzburg, 1990

Der Mann im Turm
Fischer
Frankfurt/Main, 1994

Aus dem Leben eines Erfolgsschriftstellers
Sanssouci
Zürich, 1998

Das falsche Haus
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2002

Vorworte, Zwischenbemerkungen, Nachrufe
Sanssouci
München, 2003

Kurz vor dem Gewitter
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2003

Die Turiner Komödie
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2005

Schritte, Schatten, Tage, Grenzen
Fischer
Frankfurt/Main, 2008

Michael Krüger wurde 1943 im sächsischen Wittgendorf geboren. Nach dem Abitur in Berlin machte er eine Lehre als Verlagsbuchhändler und Buchdrucker. Anschließend studierte er Philosophie und Literatur. 1968 wurde er Verlagslektor beim Carl Hanser Verlag. Durch seine innovativen verlegerischen Impulse gehörte er bereits Mitte der siebziger Jahre zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Verlagsbranche. In diese Zeit fällt auch das Erscheinen seines ersten Lyrikbandes »Reginapoly« (1976). Der erste Erzählband »Was tun – eine altmodische Geschichte« erschien 1984. Seit 1986 steht Michael Krüger dem Hanser Verlag vor und ist Leiter der belletristischen Abteilung des Hauses. Sein besonderes Engagement gilt dabei der Lyrik. Daneben ist er Herausgeber der Literaturzeitschrift »Akzente« sowie Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und der Akademie der Künste in Berlin.

Für sein literarisches Werk – Krüger hat fast zwei Dutzend Bücher mit Gedichten, Romanen und Erzählungen veröffentlicht – erhielt er eine Vielzahl von Literaturpreisen, darunter den Peter-Huchel-Preis (1986) und den Ernst-Meister-Preis (1994). Adolf Muschg hob in der Laudatio zum Peter-Huchel-Preis für den Gedichtband »Die Dronte« (1985) die Ehrlichkeit seiner Lyrik hervor, die von »Zwischen-Räumen« handle, dem Raum »zwischen Ursache und Folge, Bild und Bedeutung, Ich und Du, Lüge und Wahrheit, Leben und Tod.« Ein häufig wiederkehrendes Motiv in seinen »leicht und schwungvoll erzählten Romanen« ist die Figur des scheiternden Künstlers: ein Manuskript, das verlorengeht oder im Laufe der Geschichte vom Erzähler selbst Stück für Stück zerstört wird (»Das Ende eines Romans«, 1990), das Manuskript eines Vortrags, das bei seiner Übersetzung verschwindet, eine Rede, die nicht ausgearbeitet wurde, etc. Krügers Figuren sind der Welt abgewandt lebende Eigenbrötler, die eine zufällige Begebenheit oder schicksalhafte Wendung zurück ins Leben zwingt. In der Erzählung »Warum Peking? Eine chinesische Geschichte« (1986) gelang dem Autor der Entwurf einer von intellektuellen Grübeleien geplagten Figur, die sich in immer neue Schwierigkeiten verstrickt. Der durch sein ständiges Überdenken handlungsunfähige Ich-Erzähler gerät in witzige und zugleich spannende Situationen. »Der Mann im Turm« (1991) erzählt die Geschichte eines von der normalen Ebene des Lebens abgehobenen Malers in der Krise, den erst die Begegnung mit einer kriminellen Frau und der daraus resultierenden Verwicklung in einen Mord wieder zum »Erleben« und damit zu neuen Bildern bringt.

Nach den Gedichtbänden »Kurz vor dem Gewitter« (2003) und »Vielleicht lebst du weiter im Stein« (2003) sowie der Textsammlung »Vorworte, Zwischenbemerkungen, Nachrufe« (2003) veröffentlichte Krüger zuletzt den Roman »Die Turiner Komödie« (2005), ein ironisches Porträt der intellektuellen Elite Deutschlands. Der Autor und Verleger lebt in München.

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