10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Hala Mohammad [ Syrien ]

Biographie

© Hartwig Klappert
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Laisa li-r-ruh dhakira
Manschurat wizarat
ath-thaqafa
Damaskus, 1994

Ala dhalika l-bayad al-khafit
Al-mu’assasa al-arabiyya
li-d-dirasat
Amman, 1998

Qalil min al-hayat
Riad El-Rayyes Books
Beirut, 2001

Hadha l-khauf
Al-mu’assasa al-arabiyya
li-d-dirasat
Beirut, 2004

Ka-annani… aduqqu babi
Riad El-Rayyes Books
Beirut, 2008

Hala Mohammad wurde in der syrischen Hafenstadt Latakia geboren. Sie wuchs in einem liberalen Elternhaus auf, studierte Film an der Université Paris VIII und war danach als Kostümdesignerin in drei syrischen Spielfilmen (»Die Nacht«, »Der Guckkasten«, »Unter dem Dach«), als Drehbuchautorin und Regieassistentin tätig. Bei mehreren Dokumentarfilmen führte sie Regie (u. a. »Wenn Qasiyun müde wird«, 2006).

1994 wandte sich Hala Mohammad auch der Dichtung zu. Bislang sind fünf Gedichtbände erschienen: »Die Seele hat kein Gedächtnis« (1994), »Über jenes milde Weiß« (1998), »Ein wenig Leben« (2001), »Diese Angst« (2004) und »Als klopfte ich an meine Tür« (2008). Sie gehört damit zu einer Generation moderner arabischer Dichterinnen, die ihre individuellen Erfahrungen als Frauen und Intellektuelle in der arabischen Welt zum Ausdruck bringen. Was der Dichtung Hala Mohammads ihren besonderen Charakter verleiht, ist ihre Spontaneität. An die Stelle komplexer Reflexionen treten Einfälle und Ideen, die kurz aufleuchten: Farben, Sinneseindrücke, Gerüche und Bewegungen werden evoziert und mit den Themen verbunden, die Mohammads Dichtung wie ein roter Faden durchziehen. Dazu gehören das Erinnern, das auch in ihrem filmischen Werk eine besondere Position einnimmt, Emotionen wie Angst, Entfremdung und Einsamkeit sowie ein tief empfundenes Gefühl des Verlorenseins und der Trauer: »An diesem Morgen / brach das Licht gnadenlos aus / mit klaren Augen / sah ich / meine Einsamkeit« (Aus: »Die Seele hat kein Gedächtnis«). Die Präsenz eines auch in seiner Abwesenheit als anwesend empfundenen Anderen, dem das lyrische Ich in Liebe verbunden ist, bleibt stets spürbar. Mohammad verzichtet auf eine komplexe Syntax und bedient sich einer schlichten Ausdrucksweise. Ein modernes Arabisch dominiert, das jedoch frei von dialektalen Elementen ist.

Tragen in Mohammads Erstlingswerk noch alle Gedichte einen Titel, so nummeriert die Dichterin sie später stattdessen, um sie als voneinander abhängige Teile eines facettenreichen Ganzen zu markieren. Ihre atmosphärisch dichte Lyrik lebt von Bildersequenzen, die durch ein kontinuierliches Schwanken zwischen Realität und Metapher gekennzeichnet sind. Die Interpunktion verstärkt den elliptischen Charakter einzelner Sequenzen.

Übersetzungen ausgewählter Gedichte Mohammads sind bereits in verschiedenen Zeitschriften (»Banipal«) und Anthologien (»Dinge, die andere nicht sehen«, Lisan 2006) erschienen. Als Journalistin schreibt sie zudem seit vielen Jahren für verschiedene arabische Zeitungen. Sie ist mit dem syrischen Regisseur Haitham Hakki verheiratet und lebt in Damaskus.

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