Alban Nikolai Herbst [ Deutschland ]
Biographie
Alban Nikolai Herbst wurde als Alexander von Ribbentrop 1955 in der Nähe von Köln geboren. Der Enkel des deutschen Außenministers Joachim von Ribbentrop wuchs in Traunstein, Braunschweig und Bremen auf. In der Hansestadt machte er eine Lehre zum Anwaltsgehilfen und holte auf dem Abendgymnasium sein Abitur nach, um damit in Frankfurt am Main Philosophie, Geschichte und Sozialwissenschaften zu studieren. Seit 1981 erscheinen seine Werke unter seinem literarischen Pseudonym, das Freunde für ihn entwarfen. Ab 1987 war er als Aktien- und Devisen-Broker in Frankfurt angestellt und handelte von dort aus an Börsen in den USA. Diese Tätigkeit legte er jedoch mit Erscheinen seines opulenten Romanwerks »Wolpertinger oder das Blau« (1993) nieder und arbeitet seither als freier Schriftsteller.
In diesem Buch, seinem dritten Roman, entwirft der Autor auf über 1000 Seiten ein surreales Gipfeltreffen in einem Hotel, bei dem sich alltägliche Personen, Wissenschaftler und Politiker mit mythischen Gestalten, Märchenfiguren und Fabelwesen ein Stelldichein, um über die Weltherrschaft zu befinden. Auf drei Zeitebenen wechselt der Autor von grotesken zu alltäglichen Situationen und verknüpft dabei eine große Bandbreite an Themen aus der Geistesgeschichte. Mit dem fantastisch anmutenden Werk machte sich Herbst einen Namen als Literat der Postmoderne.
Die epische »Anderswelt«-Trilogie verknüpft in den Bänden »Thetis. Anderswelt« (1998), »Buenos Aires. Anderswelt« (2001) und »Argo. Anderswelt« (noch nicht erschienen) fantastische Elemente mit der realen Welt, und zwar vor einem der Science-Fiction entlehnten Weltuntergangsszenario. Des Fabulierens nicht müde, führt Herbst auch hier die Geschichte menschlichen Denkens in diverse Richtungen und verknüpft in oft absurden Situationen Bekanntes mit weniger Bekanntem.
Inspiration für sein Schreiben findet Herbst u.a. bei dem kubanischen Schriftsteller José Lezama Lima (1910−1976) und seiner Assoziativität oder in dem kryptischen Experimentalroman »Ulysses« von James Joyce, aber auch in den Science-Fiction-Büchern von William Gibson. Diese Vorbilder dienen Herbst jedoch keineswegs als Blaupause, er sucht einen eigenen Weg und flirtet dabei gern auch mit Medien jenseits des Buches. So verfasste er Theaterstücke und Beiträge für den Hörfunk. Insbesondere aber das Internet hat es ihm in den letzten Jahren angetan. Seit 2003 betreibt er seinen literarischen Blog »Die Dschungel. Anderswelt« (http://albannikolaiherbst.twoday.net/), in dem er über seinen Alltag und die Arbeit als Autor schreibt sowie privates Bildmaterial veröffentlicht.
Alban Nikolai Herbst erhielt neben anderen Auszeichnungen den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Peter Deisinger






