10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite Teilnehmer Autoren 2008 Meg Rosoff

Meg Rosoff [ Großbritannien, USA ]

Biographie

© Francesco Guidicini
© Francesco Guidicini

Gast des ilb 2008.

Bibliographie

So lebe ich jetzt
Carlsen
Hamburg, 2005
[Ü: Brigitte Jakobeit]

Meet Wild Boars
Puffin Books
London, 2006

Was wäre wenn
Carlsen
Hamburg, 2007
[Ü: Brigitte Jakobeit]

What I Was
Penguin Books
London, 2008

Jumpy Jack & Googily
Henry Holt & Company
New York, 2008

Wild Boars Cook
Henry Holt & Company
New York, 2008

Übersetzerin: Brigitte Jakobeit

Ihre Werke lesen sich »wie Samuel Beckett auf Ecstasy«, schrieb »The Times« über Meg Rosoffs Romane, mit denen sie einen neuen Standard in der Literatur für junge Erwachsene setzte. 1956 in Boston, USA, geboren, entschied sie sich erst nach dem Krebstod ihrer jüngsten Schwester dazu, ihren Traum zu verwirklichen und einen Roman zu schreiben. Zunächst hatte sie Englisch und Kunst in Harvard sowie ein Jahr Bildhauerei am St. Martin’s College of Arts in London studiert und in der Verlags- und Werbebranche gearbeitet – in New York wie auch in London, wo sie seit 1989 lebt. Mit »How I Live Now« (dt. »So lebe ich jetzt«, 2005) legte sie 2004 ihr preisgekröntes Debüt vor, das in Großbritannien lange auf der Bestsellerliste für Erwachsene stand. Unerbittlich und komisch, mit großer Intensität und atemloser Interpunktion entwirft Meg Rosoff ein bedrohlich-diffuses Bild einer aus den Fugen geratenen Welt und erzählt von der Kraft bedingungsloser Liebe: Die 14-jährige Ich-Erzählerin Daisy wird aus New York zu ihren exzentrischen Verwandten aufs Land nach England geschickt und trifft ihre erste große Liebe. Als in London Bomben explodieren und ein unfassbarer Bürgerkrieg ausbricht, wird das Idyll von Daisy, Edmond, Isaac, Osbert und Piper jäh zerstört, und es beginnt eine traumatische Odyssee. »Ein umwerfender Debütroman […], ehrlich, unverschämt, komisch, verzweifelt, sexy und ohne einen einzigen falschen Ton«, feierte »The Guardian« Rosoffs außergewöhnliche Stimme. In ihren atmosphärisch dichten Werken besticht sie als herausragende Beobachterin adoleszenter Gefühls- und Gedankenwelten. Den Charakteren ihrer Texte tritt sie voller Wohlwollen gegenüber und setzt tiefes Vertrauen in sie. So entstehen feinfühlige Porträts, die »vom Drama des Erwachsenwerdens und der Suche nach der [eigenen] Identität« (»Die Zeit«) erzählen. Jugendliche »erleben allerhand – was auch Erwachsene erleben –, nur wesentlich heftiger«, sagt Meg Rosoff. »Es ist dieses Extreme, das mich interessiert.« Auch in ihrem Jugendbuch »Just In Case« (2006; dt. »Was wäre wenn«, 2007) steht mit David, der seinen kleinen Bruder nur knapp vor einem Sturz aus einem Fenster rettet und nun mit dem Schicksal hadert, erneut ein vielschichtiger Charakter im Blickpunkt. Rosoff entspinnt eine komplex konstruierte Geschichte, in deren Verlauf die Grenzen zwischen Einbildung und Wirklichkeit mit folgenschweren Konsequenzen aufgehoben werden. Das »Spiel mit den Identitäten, das egomane Kreisen um das eigene Ich« gießt die Autorin »mit philosophisch verquast-verspieltem Humor und mit jugendlichem Mega-Drive in einen verrückten Adoleszenz-Roman«, hieß es in der Nominierungsbegründung zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2008.

Zuletzt erschien Rosoffs Coming-of-Age-Roman »What I Was« (2007; Ü: Was ich war), der im England der sechziger Jahre spielt. Für ihr Werk, das in Europa und den USA verlegt ist und auch Bilderbücher umfasst, erhielt die Autorin internationale Auszeichnungen, u.a. den Guardian Children’s Ficition Award (2004), den Michael L. Printz Award (2005) sowie die renommierte Carnegie Medal (2006). Meg Rosoff ist verheiratet und hat eine Tochter.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.megrosoff.co.uk/bio.html]

Berlin View

The Berlin in my head is a combination of Godard's Alphaville and downtown New York City in the 1970s: gritty, dirty, dangerous, thrilling, with fantastic bars and clubs and vast empty buildings. Both landscapes only existed at night. The combination is so strong that I'm almost afraid to visit and discover that I am wrong. The loss of the fantasy image of a place is always complete. And somehow very sad.

Das Berlin in meinem Kopf ist eine Kombination aus Godards „Alphaville“ und Downtown New York in den Siebzigern: derb, schmutzig, gefährlich, spannend, mit phantastischen Bars und Clubs und riesigen leeren Gebäuden. Beide Landschaften gab es nur nachts. Beides zusammen ist so stark, dass ich fast Angst habe, bei meinem Besuch zu entdecken, dass es nicht stimmt. Wenn sich die Vorstellung, die man von einem Ort hat, als falsch herausstellt, ist das ein totaler und irgendwie sehr trauriger Verlust.

abgelegt unter:
berliner festspiele