Amanda Michalopoulou [ Griechenland ]
Biographie
Amanda Michalopoulou wurde 1966 in Athen, geboren. Sie studierte Französische Philologie in ihrer Heimatstadt und Journalismus in Paris. Bei einem Literaturwettbewerb der Zeitschrift »Revmata« erhielt sie 1993 den ersten Preis für die beste Kurzgeschichte. Bald darauf erschien ihr erstes Buch »Éxo i zoi ine políchromi« (1994; Ü: Draußen ist das Leben bunt), ein Sammelband, der aus fünf Erzählungen besteht. Mit scharfem Blick fürs Detail schildert sie alltägliche Situationen, deren Ausgang oft surrealistisch pointiert ist. Das phantastische und befremdliche Element findet sich auch in ihren weiteren Veröffentlichungen, die vorwiegend während ihrer Aufenthalte als Stipendiatin in Deutschland, Frankreich, den USA und der Schweiz entstanden.
Ihre Romane »Jándes« (1996; dt. »Oktopusgarten«, 1999), »Osses forés antéxis« (1998; dt. »So ist das Leben«, 2001) und »Paliókeros« (2001; Ü: Sauwetter) bezeichnet sie als »Trilogie des Selbstbezogenseins«. Oft sind ihre Hauptfiguren Schriftsteller, Übersetzer oder Verleger, die der Welt des Wortes und der Literatur angehören und die sich im Verlauf der Erzählung auf Reisen begeben, auf die Suche nach dem wahren Leben, ihrer Geschichte und Identität. Der Debütroman »Oktopusgarten«, der mit dem renommierten Kritikerpreis der Literaturzeitschrift »Diavazo« ausgezeichnet wurde, erzählt eine Familiengeschichte. In »So ist das Leben« sucht die griechische Ich-Erzählerin in verschiedenen europäischen Städten nach ihrem tschechischen Geliebten, der wie Franz Kafka aussieht und sie zärtlich »mein Käferchen« nennt. Amanda Michalopoulou erzählt diese postmoderne Odyssee unter Verwendung von achtzig Kafka-Zitaten und unzähligen Anspielungen auf sein Leben.
Neben zwei ihrer Romane wurde auch der Erzählband »Ich mach euch den Garaus« (2002) ins Deutsche übersetzt, während jüngere Veröffentlichungen wie der Roman »Giati skotosa tin kaliteri mou fili« (2003; Ü: Warum ich meine beste Freundin umbrachte) oder »Prinkipissa Saura« (2007; Ü: Prinzessin Eidechse) dem deutschsprachigen Publikum noch nicht zugänglich sind. 2008 wurde ihre Kurzgeschichtensammlung »Tha Ithela« – 13 Kurzgeschichten, die durch intertextuelle Referenzen und stets wiederkehrende Motive miteinander verbunden sind – unter dem Titel »I’d like« ins Englische übersetzt, wofür ihr amerikanischer Verlag mit dem International Literature Award des National Endowment for the Arts ausgezeichnet wurde. Das Buch wurde auf die Liste »Reading the World 2008« aufgenommen, mit der amerikanische Verleger Empfehlungen an das Lesepublikum aussprechen.
Michalopoulou trat auch als Autorin zahlreicher Kinderbücher in Erscheinung. Sie war Stipendiatin des DAAD und des Literarischen Colloquiums in Berlin. Ihr letztes Buch, »I Hina« (2008; Ü: Die Gans), erzählt mit griechischen und deutschen Texten die Geschichte eines Kochrezeptes aus ihrer Familie und spürt dabei der deutschen Vergangenheit ihres Ehemanns Dimitris Tsoumplekas nach. Als bildender Künstler illustrierte er das Werk mit einem visuellen Reiseplan ihrer gemeinsamen Tour durch deutsche Landschaften und Geheimnisse.
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