Edward van de Vendel [ Niederlande ]
Biographie
Edward van de Vendel, 1964 im niederländischen Leerdam geboren, arbeitete nach Abschluss seines pädagogischen Studiums als Lehrer und Schulleiter einer Grundschule, bevor er 2001 hauptberuflich Autor wurde.
Sein Debüt feierte er bereits fünf Jahre zuvor mit »Betrap me« (1996; Ü: Fang mich), einem Lyrikband für Kinder. Mit inzwischen mehr als fünfzig Bilderbüchern, Gedichtbänden, Romanen sowie Sachbüchern gehört er nicht nur zu den produktivsten, sondern auch zu den vielseitigsten Kinder- und Jugendbuchautoren der Niederlande. Atmosphärisch dicht und mit hohem Einfühlungsvermögen beschreibt van de Vendel in seinen Texten kindliche Erlebniswelten und den Prozess des Erwachsenwerdens. Sein Jugendroman »De dagen van de bluegrassliefde« (1999; dt. »Spring, wenn du dich traust«, 2001/»Die Tage der Bluegrass-Liebe«, 2008) erzählt von der Begegnung zweier Achtzehnjähriger in einem amerikanischen Sommercamp. Umgeben von Countrymusik und der Weite des Fußballplatzes, entfaltet sich die Jungenliebe zwischen Oliver und Tycho. Eindrucksvoll setzte van de Vendel die diese Geschichte mit »Ons derde lichaam« (2006; dt. »Die langen Nächte der Stille«, 2009) und der Lyriksammlung »Chatbox – De gedichten van Tycho Zeling« (2006; Ü: Chatbox. Gedichte von Tycho Zeling) fort. Elmer und Sosha sind die jungen Protagonisten in seiner preisgekrönten Kinderliebesgeschichte »Wat ik vergat« (2001; dt. »Was ich vergessen habe«, 2004). Empfindsam und voller Humor lotet van de Vendel darin die Gefühlsverwirrungen der einsetzenden Pubertät aus. In den Gedichtbänden »Superguppie« (2003; dt. »Superguppy«, 2008), »Superguppie krijgt kleintjes« (2005; dt. »Lieb sein, Superguppy!«), »De groeten van Superguppie« (2005; Ü: Grüße vom Superguppy) und »Hoera voor Superguppy« (2010; Ü: Superguppy, Hurra!) lässt der Autor ein kleines Kind, von der Illustratorin Fleur van der Weel als pfiffiger Hund dargestellt, über das rasante Steuern von Einkaufswagen im Supermarkt, das Verspeisen von Wackelpudding und Omas Faltenwangen philosophieren. In dem hochgelobten »De gelukvinder« (2008; dt. »Der Glücksfinder«, 2011) erzählt van de Vendel die Geschichte von Hamayun, der mit seiner Familie aus Afghanistan flieht, nach einer monatelangen Odyssee schließlich in den Niederlanden ankommt und dort als Asylbewerber gegen den bürokratischen Apparat um Anerkennung kämpft. Der Autor schrieb das Buch zusammen mit Anoush Elman, auf dessen Geschichte »De gelukvinder« beruht.
Van de Vendel, dessen Texte in mehr als zehn Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, u. a. dreimal mit dem Gouden Zoen, sechsmal mit dem Zilveren Griffel und einmal mit dem Woutertje Pieterse Prijs, lebt in Rotterdam.
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