10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Ellen Hinsey [ Frankreich, USA ]

Biographie

© Adine Sagalyn
© Adine Sagalyn

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Cities of Memory
Yale University Press
New Haven, 1996

The White Fire of Time
Wesleyan University Press
Middletown, 2002

Update on the Descent
Bloodaxe Books
Northumberland, 2009

Übersetzer: Maja Überle-Pfaff

Die Lyrikerin Ellen Hinsey wurde in Boston, Massachusetts, geboren. Sie studierte Literatur an der Tufts University und an der Université Paris VII. Seit nunmehr 20 Jahren lebt sie in Europa, wo sie derzeit am Lehrprogramm des Skidmore College in Paris mitwirkt und an der Ecole Polytechnique unterrichtet.

Hinseys Fortgang aus den Vereinigten Staaten bedeutete eine bewusste Abwendung von dem vorherrschenden bekenntnishaften Ton zeitgenössischer amerikanischer Lyrik. In Europa fand sie ihre eigene Stimme, die sich aus dem ständigen Dialog mit Philosophie und Geschichte speist. 1996 wurde Hinseys erster Gedichtband, »Cities of Memory« (1996; Ü: Städte der Erinnerung), mit dem Yale University Series Award ausgezeichnet, der anerkanntesten amerikanischen Ehrung für ein lyrisches Debüt.

»Cities of Memory« ergründet persönliche und geschichtliche Zeit: die Verbindung von subjektiver Erfahrung mit Ereignissen, die das historische Bewusstsein am Ende des 20. Jahrhunderts ausmachen. Bildermächtige Verse behandeln Sujets wie Freuds Weggang aus Wien, den Bau der Berliner Mauer und das Exil der russischen Schriftstellerin Marina Zwetajewa im Pariser Vorort Clamart. Die Gedichtsammlung verbindet intellektuelle Reflexion mit lyrischer Diktion und wurde als Werk eines »herausragenden neuen Talents« gepriesen.

2002 erschien der Nachfolgeband »The White Fire of Time« (Ü: Das weiße Feuer der Zeit), der in die Buchauswahl der United Poets for Peace für den Monat Dezember aufgenommen wurde. Das Werk ist eine Betrachtung der »vita contemplativa« und geht in drei Teilen sowohl dem alltäglichen Leben des Körpers in Natur und Zeit nach, als auch der Rolle der Sprache bei mystischen und ethischen Erlebnissen und schließlich der Seele auf ihrer Reise durch Zeiten des Begehrens, der Trauer und der Duldsamkeit. Es ist ein sinfonisches Werk, in dem sich philosophische Meditation, Lyrik und Prosa abwechseln.

Als Vorarbeit für ihr Werk, »Update on the Descent« (2009; Ü: Update auf der Abfahrt ), recherchierte Hinsey drei Jahre am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag. Das Buch geht der langen Tradition von Lyrik als Geschichtszeugnis nach.

Hinseys Werk erschien in verschiedenen Publikationen, darunter in »The New York Times«, »The New Yorker« und »Die Welt«. Verschiedene Auswahlbände mit ihren Gedichten sind in französischer, italienischer, deutscher und serbischer Übersetzung erschienen. Die Dichterin war Gastautorin bei zahlreichen internationalen Festivals, darunter das Cuirt International Festival of Literature (Galway), das Giornata Mondiale Della Poesia (Verona), das Festival Franco-Anglais de Poésie (Paris) sowie in der Royal Festival Hall (London). Sie erhielt ein Stipendium der American Academy in Berlin und neben weiteren Ehren einen Rona Jaffe Foundation Writer's Award und einen Lannan Foundation Award.

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