Lars Gustafsson [ Schweden, USA ]
Biographie
Lars Gustafsson wurde 1936 in Västerås, Mittelschweden, geboren. Sein Studium der Philosophie an der Universität Uppsala und dem Magdelen College in Oxford schloss er 1978 mit einer Dissertation über drei "sprachphilosophische Extremisten" (Friedrich Nietzsche, Alexander Bryan Johnson und Fritz Mauthner) ab. Bereits mit 21 Jahren veröffentlichte Gustafsson mit „Vägvila. Ett mysteriespel på prosa“ (Ü: Wegesrast. Ein Mysterienspiel in Prosa) seinen ersten Roman. Sein "eigentliches Debüt" datiert der Schriftsteller selbst allerdings erst auf 1959, dem Erscheinungsjahr des Romans "Letzte Tage und Tod des Dichters Brumberg".
Ab 1960 war Gustafsson Redakteur, von 1965 bis 1972 Chefredakteur der schwedischen Literaturzeitschrift "Bonniers Litterära Magasin". Danach unternahm er ausgiebige Reisen. An verschiedenen Universitäten, u. a. auch in West-Deutschland, hatte er Gastdozenturen inne. 1972/73 führte ihn ein Stipendium des DAAD nach Berlin. Gustafsson hatte sich bereits international als Schriftsteller und Wissenschaftler einen Namen gemacht, als er 1982 beschloss, sich in einen völlig neuen Rahmen zu begeben: Er siedelte in die USA über, heiratete erneut und konvertierte zum Judentum. In Austin, Texas, unterrichtete der Autor als Adjunct Professor für Germanic Studies. Bereits 1983 nahm er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an, und lebte lange in Austin, Texas, wo er an der Universität Philosophie lehrte. Im Mai 2006 kehrte er nach Schweden zurück. Für sein umfangreiches Werk erhielt der Autor unter anderem den europäischen Essay-Preis Charles Veillon (1983), den Bellman-Preis der Schwedischen Akademie (1990) und den schwedischen Pilot-Preis (1996). Seit 2000 ist er Mitglied der Akademie der Schönen Künste in München. In Deutschland wurde Gustafsson in den siebziger Jahren zuerst durch seine Lyrik bekannt. Sein Werk ist geprägt von der starken Wechselbeziehung zwischen Themen des Philosophen und Literaturwissenschaftlers Gustafsson und des Geschichtenerzählers bzw. Poeten. Die Suche nach Identität, das moralische Bewusstsein, die Beziehung zwischen persönlicher Erfahrung und Selbstreflexion sowie eine philosophisch untermauerte Sprachskepsis sind die Ausgangspunkte der Fragestellungen, die Gustafsson in seine Romane, Gedichte und Essays einbettet. Seit den Romanen, die später die Folge "Die Risse in der Mauer" (in Deutschland 2006 erschienen) bildeten, zählt Gustafsson international zu den bekanntesten Schriftstellern Skandinaviens. Der Autor benutzt hier Motive aus Kriminalromanen, um die Zerbrechlichkeit einer Weltanschauung darzustellen, die auf Ausdrücken wie "gut", "böse" oder der Vorstellung von persönlicher Integrität basiert.
Lars Gustafsson ist ein Meister der verschiedensten literarischen Genres. In jüngster Zeit wurden in dem Band „Augenblick und Gedicht“ (2006) seine „Vorlesungen im Rahmen der Tübinger Poetik-Dozentur 2006“ publiziert.
© internationales literaturfestival berlin
[http://www.utexas.edu/depts/german/faculty/gustafsson.html]






