10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Alain Mabanckou [ Kongo, Frankreich ]

Biographie

Gast des ilb 2002.

Bibliographie

Au jour, le jour
Maison Rhodanienne
Paris, 1993
 
Les arbres aussi versent des larmes
L´ Harmattan
Paris, 1997
 
Bleu-Blanc-Rouge
Présence Africaine
Paris, 1998
 
Quand le coq annoncera l´aube d´un autre jour
L´ Harmattan
Paris, 1999
 
Et Dieu seul sait comment je dors
Présence Africaine
Paris, 2001
 
Les Petit-Fils nègres de Vercingétorix
Le Serpent à Plumes
Paris, 2002
 
African Psycho
Le Serpent à Plumes
Paris, 2003
 
Verre cassé
Seuil

Paris, 2005

Mémoires de porc-épic,
Seuil
Paris, 2006

Übersetzer: Leopold Federmair

Alain Mabanckou wurde am 24. Februar 1966 in Ponte Noire, im Kongo, geboren. An das Abitur schloss er ein Jura-Studium an, das er in Brazzaville begann und in Paris beendete. Heute arbeitet er neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Berater für ein großes Pariser Unternehmen und als freier Journalist. Neben Autoren wie Abdourahman A. Waberi und Kossi Efoui zählt er zu den erfolgreichsten Stimmen der jüngeren afrikanischen Literatur in französischer Sprache.

Seinen großen Durchbruch erzielte Mabanckou mit dem Roman "Bleu-Blanc-Rouge" (1998), für den er den "Grand Prix littéraire de l’Afrique Noire" erhielt. Darin erzählt er die Geschichte zweier afrikanischer Männer, deren Wünsche und Hoffnungen an der Realität ihres Sehnsuchtlandes Frankreich zerbrechen. Genährt von Vorstellungen von Gleichheit und Brüderlichkeit und dem Glauben daran, dass Bildung zu sozialem Aufstieg verhelfe, muss Massala-Massala – ein klassischer Anti-Held – erkennen, dass es in Paris weniger auf Zeugnisse und Diplome ankommt als auf die Fähigkeit, sich nötigenfalls auch auf illegalen Wegen durch das Grau des Alltags zu schlagen. Dabei hatte aus der Ferne alles so farbenfroh blau-weiß-rot geleuchtet... Der Roman gerät so zu einer bissigen Satire auf jene Afrikaner, die alles daran setzen, sich in Frankreich niederzulassen und darüber ihre Herkunft vergessen. Und er zeigt deutlich, dass sich in den einstigen französischen Kolonien trotz ihrer Unabhängigkeit noch immer vieles an dem ehemaligen Kolonialherrn ausrichtet.

Es ist die nicht immer konfliktfreie Begegnung zwischen Frankreich und Afrika, die das Werk Mabanckous prägt. Während sein erster Gedichtband "Au jour, le jour" (1993) nach eigenen Aussagen noch zu sehr der klassischen französischen Metrik verhaftet blieb, findet Mabanckou spätestens in der lyrischen Erzählung vom Tode seiner Mutter, "La Légende de l’errance" (1995), zu einem eigenen Ton. In "Les arbres aussi versent des larmes" (1997) greift er auf das Bild des Baums als Symbol für den Kreislauf des Lebens zurück und setzt sich mittels dieses Bildes, das er auf die Regenwälder seiner Heimat bezieht, mit dem Verlust traditioneller Werte auseinander.

Sein bislang letzter Gedichtband ist Liebeserklärung und Trauergesang zugleich: in "Quand le coq annoncera l’aube d’un autre jour" (1999) schreibt Mabanckou über den Krieg, der sein Land zerstört. Dieses Thema bestimmt auch den 2002 erschienenen Roman "Les Petit-Fils nègres de Vercingétorix". Aus Sicht einer Frau werden hier die kriegerischen Auseinandersetzungen der fiktiven Republik Viétongo geschildert – und es bedarf keiner großen Phantasie, um festzustellen, dass es sich hierbei um eine Anspiegelung auf den Bürgerkrieg in seinem Herkunftsland handelt. Für seinen Roman "Mémoires de porc-épic" wurde er 2006 mit dem Prix Renaudot, dem Prix Aliénor d’Aquitaine sowie dem Prix de la rentrée littéraire française ausgezeichnet.

Mabanckou, der seit über 20 Jahren in Paris lebt und dessen Bücher alle in Frankreich erschienen, sieht sich dennoch als ein afrikanischer Schriftsteller: "Wie heißt es so schön: Eine Kaulquappe kann schwimmen, aber das macht sie noch lange nicht zu einem Krokodil. Es mag sein, dass meine Art und Weise zu schreiben meine Bücher zu einem Teil der Weltliteratur werden lässt, aber es bleibt doch unbestritten, dass ich ein Afrikaner bin und meine afrikanische Seite sich stets in meinem Werk zeigt. Ich empfinde mich als Schriftsteller, aber als ein Schriftsteller, der nicht vergessen hat, dass er ein Afrikaner ist."

Dirk Naguschewski

© internationales literaturfestival berlin

Alain Mabanckou online:

www.congopage.com/rubrique.php3?id_rubrique=217

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