10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Japan

Japan

Japan verfolgt eine extrem restriktive Flüchtlingspolitik. Im Jahr 2014 wurde nur 11 Flüchtlingen Asyl gewährt. Über 5.000 haben einen Antrag gestellt. Die meisten Asylbewerber müssen mit einer Abschiebung rechnen. Patrick Zoll, von 2012 bis 2016 Ostasienkorresponent der Neuen Zürcher Zeitung, bezeichnet Japan als eine „Inselnation, die sich ihrer ethnischen Homogenität rühmt“[1]. Ausländer haben es in der japanischen Gesellschaft jedoch schwer. Zoll sieht den Grund dafür in der geringen Erfahrung, die diese im Umgang mit Geflüchteten hat. Die meisten Antragssteller kommen aus dem Pazifischen Raum, wie beispielsweise Angehörige der Rohingya, die vor allem in Myanmar seit Jahren verfolgt werden. Von der internationalen Gemeinschaft wird Japan immer wieder vorgeworfen, dass es sich von seinen Verpflichtungen gegenüber Hilfsbedürftigen freikaufen möchte. Für das UN-Flüchtlingshilfswerk ist Japan der zweitgrößte Geldgeber nach den USA. Mit der Begründung, dass sich Japan erst einmal mit seinen eigenen wirtschaftlichen Problemen auseinandersetzen muss, wird es wohl auch in näherer Zukunft nichts an seiner Strategie ändern.



Teilnehmender Autor: Ono Masatsugu



Masatsugu Ono wurde 1970 in Japan geboren. Nach einem Studium am College of Arts and Sciences der Universität von Tokio wurde Ono an der Universität von Paris VIII (Vincennes – Saint-Denis) in Literatur promoviert. 2001 gewann sein literarisches Debüt »Mizu ni Umoreru Haka« (dt.: Das wasserbedeckte Grab) den Asahi New Writers Award. Für seinen zweiten Roman »Nigiyakana wan ni seowareta fune« (2002; dt.: Das in der Bucht tanzende Boot) erhielt er den Mishima-Yukio-Preis. Nach weiteren Erzählungen wie »Mori no hazure de« (2006; Ü: Am Rand des Waldes) und »Maikurobasu« (2008; Ü: Mikrobus) veröffentlichte Ono den Roman »Shishiwatari-bana« (2013, dt.: Der Löwentritt) sowie die Kurzgeschichte »The Man Who Turned Into a Buoy« (2014, dt.: Der Mann, der sich in eine Boje verwandelte). Für den Geschichtenband »Kyunen-mae no inori« (2015; dt.: Ein Gebet vor neun Jahren) wurde er mit dem prestigeträchtigen Akutagawa-Preis gewürdigt.

Eine ausführlichere Biografie finden Sie hier.

[1] Patrick Zoll: Wer Verfolgung nicht nachweisen kann wird abgewiesen. http://www.nzz.ch/international/asien-und-pazifik/geld-statt-schutz-1.18659830 (10.6.2016).