10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Indonesien

Indonesien

Im letzten Jahrzehnt sind immer mehr Asylbewerber aus konfliktreichen Ländern, darunter Afghanistan, Irak, Iran, Sri Lanka, Somalia und Myanmar, nach Indonesien geflohen, wo sie sich oft lange Zeit in einem rechtlichen Schwebezustand befinden. Laut UNHCR sind ab August 2016 13.110 Flüchtlinge und Asylbewerber in Indonesien. Deren rechtliche Lage ist unklar, weil Indonesien weder die UN-Flüchtlingskonvention unterschrieben hat, noch über ein Asylrecht verfügt. Die Attraktivität Indonesiens als Ort des Transits ist zum einen durch die enge Nachbarschaft mit Australien gegeben, zum anderen, weil der indonesische Archipel riesig ist. Seine 40.000 km lange und durchlässige Grenze bietet Migranten einfache Ein- und Ausstiegspunkte. Die indonesische Regierung verfolgt das Ziel, anerkannte Flüchtlinge in Drittländer umzusiedeln und abgelehnte Asylbewerber abzuschieben. In dem asiatischen Land gibt es keine gesetzlichen Regelungen, die es Asylbewerbern und Flüchtlingen ermöglichen, sich dauerhaft in die Gesellschaft zu integrieren. In der ersten Hälfte des Jahres 2016 hat der UNHCR 322 Flüchtlinge neu angesiedelt, die ihren Wohnsitz vorher in Indonesien hatten: 147 in Australien, vier in Kanada und 171 in den USA.

Zu den Asylbewerbern gehören auch viele Mitglieder der Hazara. Bei den Hazara handelt es sich um eine ethnische Gruppe, die besonders in Pakistan verfolgt wird und oftmals Mordanschlägen zum Opfer fallen. Da sie aufgrund ihrer zentralasiatischen Gesichtszüge leicht von der übrigen Bevölkerung Pakistans zu unterscheiden sind, sind sie zudem leicht zu erkennen. Die Regierung Pakistans hingegen sieht bei diesem Genozid nur zu.

 

Teilnehmender Autor: Mohammed Hanif


Mohammed Hanif wurde 1965 in Okara, Pakistan, geboren. Nach einigen Jahren im militärischen Dienst schlug eine Laufbahn als Journalist und Schriftsteller ein. Hanif zog Ende der 90er Jahren mit seiner Familie nach London. Dort war er für die BBC tätig, schrieb Artikel für den »Guardian« und die »New York Times« sowie eigene literarische Werke. 2008 erschien sein Romandebüt »A Case of Exploding Mangos« (dt.: Eine Kiste explodierender Mangos, 2009), wofür er für den Man Booker Prize und den Guardian First Book Award nominiert wurde. Außerdem gewann er den Commonwealth Writers’ Prize für das beste Debüt.  2011 veröffentlichte Hanif seinen zweiten Roman „Our Lady of Alice Bhatti“ (dt.: Alice Bhattis Himmelfahrt, 2011), welcher für den Welcome Trust Book Prize 2012 und den DSC Prize for South Asian Literature 2013 nominiert war. Gegenwärtig lebt Mohammed Hanif in Karatschi, Pakistan.

Eine ausführlichere Biografie finden Sie hier.